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Pläne, an 15 weiteren Standorten Atomkraftwerke zu errichten, sind aufgrund der internationalen Sanktionen gegen den Iran bisher nicht in die Umsetzung gelangt. Gegen den Iran wurden verschiedene Embargos verhängt. Als besondere touristische Anziehungspunkte gelten:. Klimadiagramm von Bandar Abbas — Es gibt etwa kurze, meist geradlinig verlaufende Flüsse, die die Nordflanken der Gebirge Talysch und Elburs entwässern und in das Kaspische Meer münden.

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Eigentlich ist es ganz eindeutig: Doch was kaum bekannt ist: Das Jahr ist das Dreikönigsjahr — vor Jahren, am Jahrhundert vom Kölner Erzbischof Bruno I. Diese pdf ist eigentlich nur dem Freundeskreis vorbehalten. Ich eröffne sie dennoch aus aktuellem Anlass: Russia Today hat exclusiv Rechte, vermutlich nach Ankündigung Russlands diese Hintergründe der breiten Masse zu eröffnen.

Entlang der Flüsse findet man teilweise Galeriewald aus Weiden und Pappeln. Die Tierwelt im Iran ist sehr vielfältig und spiegelt die verschiedenen Vegetationszonen und die geographische Lage des Landes wider. In den Wäldern des Landes kommen Rothirsche vor. Einige Braunbären , Gepard , Luchse und Leoparden halten sich noch in entlegenen Gegenden, der Kaspische Tiger und der persische Löwe wurden im Iran dagegen ausgerottet.

Hyänen , Schakale und Füchse übernehmen eine wichtige natürliche Hygienefunktion. In den kalten Bergbächen von Albors und Zagros werden auch Forellen gefischt. Ein erstaunliches Phänomen ist das natürliche Vorkommen kleiner Fische in den Qanaten der Wüstengegenden. Auf einer Insel im Urmiasee wurde eine Population des Mesopotamischen Damhirschs angesiedelt, der in freier Wildbahn ausgestorben war.

Eine weitere Folge ist der enorme Anstieg des Energieverbrauchs. Dies ist einerseits auf das Fehlen fortschrittlicher Infrastrukturen sowie staatlicher Subventionen an Energieträger und andererseits auf ein ineffizientes Konsumverhalten der Bevölkerung zurückzuführen. Das Kernkraftwerk Buschehr , das im November gestartet wurde, befindet sich zum Beispiel in einem seismisch besonders bedrohten Areal. Aufgrund der Sanktionen gegen das Land wird am ideologisierten Ziel der Selbstversorgung festgehalten.

Das Bewusstsein für die katastrophalen Auswirkungen von Fluss-Umleitungen begann sich zwar zu verstärken und Aktivisten durften im die Regierung im Fernsehen kritisieren.

Andererseits existiert eine Lobby von Baugesellschaften, welche solche Werke bauten. Kaveh Madani , während weniger Monate vom September bis Januar stellvertretender Leiter des iranischen Umweltdepartements, prägte den Begriff des "iranischen Wasserbankrotts".

Die Gebiete, die hinsichtlich ihrer Umweltbedingungen bevorzugt sind, weisen eine sehr hohe Bevölkerungsdichte auf, etwa die Provinzen am Kaspischen Meer Provinzen Gilan und Mazandaran mit bzw. Zu Beginn des Für das starke Anwachsen der Bevölkerung ist vor allem die deutlich gestiegene Lebenserwartung verantwortlich: Während das Durchschnittsalter der Iraner im Jahr noch bei 22,4 Jahren lag, betrug es bereits 29,86 Jahre und steigt somit pro Jahrzehnt um etwa zwei Jahre.

Der Iran ist auch Ziel von Immigration. Die Volkszählung ergab, dass knapp 1,7 Millionen Ausländer im Iran lebten, [1] davon waren knapp die Hälfte als Flüchtlinge gekommen.

Da viele Afghanen eine Variante des Persischen sprechen und auch einen sehr ähnlichen kulturellen und religiösen Hintergrund haben, fällt es ihnen relativ leicht, sich im Iran zu integrieren und sich bei Volkszählungen als Perser auszugeben; die Zahl der Afghanen könnte somit deutlich höher liegen.

Gleichwohl sehen sich Afghanen im Iran auch Diskriminierungen ausgesetzt. Die vermittelnde Lage des Iran zwischen Zentralasien, Kleinasien, Arabien und dem indischen Subkontinent hat zu einer hohen ethnischen Vielfalt geführt.

Indogermanische Gruppen wanderten vermutlich vom Norden her in das iranische Hochland ein und erreichten den Zagros zu Beginn des ersten Jahrtausends v.

Die Meder waren das erste iranische Volk, das ein stabiles Reich auf iranischem Territorium errichten konnte. Jahrhundert begannen türkische Stämme in immer neuen Schüben in den heutigen Iran einzuwandern. Sie prägten vor allem mit ihrer nomadischen Lebensweise weite Landstriche des Iran bis zum Beginn des Jahrhunderts; sie siedelten sich letzten Endes vor allem im Nordwesten des Landes an, wo das Klima für die nomadische Viehzucht am geeignetsten ist.

Kleinere indogermanische Völker sind z. Die meist sunnitischen Turkmenen bewohnen die nördlichen Steppengebiete, darüber hinaus gibt es zahlreiche über das ganze Land verstreute Inseln türkischstämmiger Bevölkerungsgruppen, zu denen die Kaschgai gehören. Die verfügbaren Zahlen zur ethnischen Zusammensetzung der iranischen Bevölkerung variieren stark, weil seitens des iranischen Staates keine Daten ermittelt und veröffentlicht werden.

Im Vielvölkerstaat Iran werden verschiedene Sprachen gesprochen. Die Amtssprache ist Persisch. Sie gehört zur Familie der indogermanischen Sprachen und hat somit keine gemeinsamen Wurzeln mit dem Arabischen , wenngleich Persisch zahlreiche Lehnwörter aus dem Arabischen aufgenommen hat und mit einem vom Arabischen abgeleiteten Alphabet geschrieben wird.

Persisch wird nur von mehr als der Hälfte der Iraner als Erstsprache gesprochen; auf der iranischen Hochebene sprechen fast alle Einwohner Persisch. Noch in den er Jahren konnte jede Ethnie nur ihre eigene Sprache sprechen; ins Militär eingezogene Rekruten mussten daher zunächst ein halbes Jahr Persisch lernen. Der Teil der Bevölkerung, dessen Muttersprache nicht Persisch ist, zerfällt in mehrere Sprachgruppen, die vor allem in der Peripherie, entlang der Grenzen, lebt. Als Sprache des Korans wird sie aber von allen Kindern in der Schule erlernt.

Da Mehrsprachigkeit bei den Iranern heutzutage eine Selbstverständlichkeit ist, liegen zur genauen Verteilung der Sprecher auf die vielen verschieden Sprachen sehr divergierende Zahlen vor.

Auch dardische Dialekte wie Kohestani werden gesprochen. Die persische Sprache ist in der iranischen Verfassung als alleinige Amts- und Bildungssprache festgelegt. Es ist jedoch erlaubt, die Minderheitensprachen neben dem Persischen an den Schulen zu unterrichten. Englisch ist nach dem Arabischen zweite Fremdsprache an den Schulen. Trotz Modernisierung und einer fünfzig Jahre dauernden Säkularisierung unter den Pahlavi ist der Iran heute ein Staat, in dem die Religion fast jeden Aspekt des sozialen Lebens durchdringt.

Der fundamentale Unterschied zwischen den beiden Strömungen des Islams liegt in der Frage, wer zum Führen der islamischen Gemeinde legitimiert sei. Es lebten insgesamt elf Imame. Zentraler Glaubensinhalt der Zwölferschia ist ein in Verborgenheit lebender zwölfter Imam , der eines Tages auf die Erde zurückkommen, den Islam in der ganzen Welt verbreiten und eine Ära einleiten würde, die dem Ende der Welt vorausgeht.

Um die Gräber dieser Personen wurden Imamzades gebaut, von denen es mehr als eintausend im Iran gibt. Eine weitere Besonderheit des schiitischen Bekenntnis ist die Taghiyeh genannte Erlaubnis, seinen Glauben zu verheimlichen und religiöse Pflichten zu vernachlässigen, wenn dem Gläubigen sonst Gefahr drohen würde.

Die schiitische Führung betrachtet die iranischen Sunniten nicht als Minderheit, sondern als Muslime, die den Führungsanspruch der Schiiten anerkannt haben, demzufolge stehen in mehrheitlich schiitisch bewohnten Gebieten auch nur schiitisch geführte Moscheen zur Verfügung. Religiöse Minderheiten im heutigen Iran umfassen zwar nur sehr kleine Gruppen, die jedoch aus historischem und kulturellem Blickwinkel eine hohe Bedeutung aufweisen. Die älteste bekannte iranische Religion ist der Zoroastrismus.

Sie wurde zwischen und v. Vor allem der für die damalige Zeit innovative Monotheismus und der religiöse Dualismus Himmel und Hölle, Gott und Teufel haben später entstandene Religionen beeinflusst. Einige iranische Feste, die heute noch gefeiert werden, enthalten zoroastrische Elemente, teils in synkretistischer Form.

Die Verfassung erkennt die Zoroastrier als religiöse Minderheit an, bei der Volkszählung bezeichneten sich mehr als Ihre Zentren liegen in Yazd und Kerman , wo in den Feuertempeln nach wie vor heilige Flammen brennen. Die Juden wurden im Laufe der Zeit so assimiliert , dass sie sich von anderen Iranern nur durch ihre Religion unterscheiden.

Die jüdische Gemeinde, die vor etwa Dies liegt vor allem an der antizionistischen Politik der iranischen Regierung, durch die iranische Juden leicht verdächtigt werden, als israelische Spione tätig zu sein.

Das Christentum im Iran hat ebenfalls eine lange Geschichte; vor der Islamisierung des Iran wanderten viele Nestorianer in den heutigen Iran ein. Heute leben im Iran etwa Artikel 13 und 14 der iranischen Verfassung erkennen Christentum, Judentum und Zoroastertum als religiöse Minderheiten an.

Sie legen fest, dass der iranische Staat sie gerecht behandeln muss und ihre Glaubensausübung, Riten und Zeremonien zu schützen hat. Die religiösen Minderheiten wählen bei den Parlamentswahlen ihre eigenen Abgeordneten, für die eine Mindestanzahl an Parlamentssitzen reserviert ist.

Diese Religionsgemeinschaften dürfen aber keine Aktivitäten gegen den Islam oder die Islamische Republik unternehmen. So müssen sie beispielsweise die Kleidungsvorschriften in der Öffentlichkeit beachten und dürfen unter den Muslimen keine Mitglieder werben.

In der Praxis sind alle Angehörigen von religiösen Minderheiten einer subtilen Form der Diskriminierung, wie bei der Arbeitsplatzwahl in der staatlich dominierten Wirtschaft [88] , ausgesetzt. Es entstand in der Mitte des Jahrhunderts aus dem schiitischen Islam heraus, als eine Stiftergestalt der Bab sich zuerst als Tor zum zwölften Imam und später als Zwölfter Imam selbst bezeichnete, mit mehreren Anhängern wie Qurrat al-Ain eine rege Missionierungstätigkeit entfaltete und die islamischen Gesetze für abgeschafft erklärte.

Bereits seit seiner Entstehung wird diese Religion als Ketzerei betrachtet und in vielen islamischen Ländern entsprechend bekämpft. Die Verfolgung verstärkte sich im Iran nach der Islamischen Revolution noch einmal. Das Bahaitum ist im Iran offiziell verboten, ihre etwa In seiner Schrift Der islamische Staat formulierte Ruhollah Chomeini die Verbesserung der Lebensumstände der armen Bevölkerung und die Beseitigung sozialer Ungleichheit als Ziele einer islamischen Gesellschaftsordnung:.

Dieses Problem steht in seinem Programm an oberster Stelle […]. Abgesehen von den Unterstützungsprogrammen der religiösen Stiftungen, [92] unterhält der Staat 28 Organisationen für Sozialhilfe, Sozialversicherung und Hilfsprogramme. Grundlage ist das Gesetz zur sozialen Sicherheit. Gesundheitsanbieter im Land, für Rentner, Arbeitslose, Sozialversicherte. Der Fokus des derzeitigen Fünfjahresplanes liegt weiterhin auf der Sozialpolitik.

Die Wissenschaftler bemängelten zudem Manipulationen bei der Veröffentlichung von Armutsstatistiken. Im Land stieg die mittlere Schulbesuchsdauer über jähriger von 4,2 Jahren im Jahr auf 8,5 Jahre im Jahr an.

Die aktuelle Bildungserwartung beträgt bereits 14,8 Jahre. Neben den staatlichen Schulen sind zahlreichen Moscheen religiöse Schulen angegliedert. Die üppigen Budgets, die die Regierung den religiösen Schulen zuteilt, werden für Geldmangel an den staatlichen Schulen und die damit verbundene niedrige Qualität der Lehre sowie für die niedrigen Lehrergehälter verantwortlich gemacht.

Dies und der starre Arbeitsmarkt verursachen hohe gesamtwirtschaftliche Ineffizienzen, nicht zuletzt wird die hohe Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen hierauf zurückgeführt. Häufiger noch setzen die betroffenen Frauen gefährliche Substanzen aus der Tierzucht ein, um ihre Schwangerschaft abzubrechen, und tragen schwere Schäden an ihrer Gesundheit davon. Der Konsum bewusstseinsverändernder Substanzen hat im Iran eine lange Geschichte.

Obwohl man bereits vor Jahren versuchte, den Drogenkonsum zu beschränken, [] war zu Beginn des Jahrhunderts Opium tief mit der iranischen Wirtschaft und Gesellschaft verwoben. Es war das einträglichste landwirtschaftliche Produkt und wurde angesichts des Mangels an medizinischer Versorgung sowie aufgrund von Kriegen und Hungersnöten rege konsumiert. Man versuchte nunmehr, dem Drogenproblem mittels der Durchsetzung religiöser und moralischer Verhaltensweisen beizukommen.

Seitdem sind Einrichtungen zur Behandlung Drogenabhängiger wieder erlaubt und werden gefördert. Auch wird versucht, die Bevölkerung über die Gefahren des Drogenkonsums aufzuklären.

Trotzdem bleiben Drogen eines der brennendsten Probleme des Iran: Insbesondere Crystal Meth wird zurzeit Stand besonders nachgefragt. Sowohl Studenten während der Examen für die Universitätszulassung als auch Arbeiter, die sich nur mit mehreren Jobs über Wasser halten können, nutzen die Droge als Wachmacher. Die traditionelle iranische Gesellschaft ist streng patriarchalisch ; zu Beginn des Der Grad, zu dem Frauen an das Haus gebunden waren, war jedoch auch früher schon von Ethnie zu Ethnie verschieden: Sie erhielten das Wahlrecht [] , die Abtreibung wurde erlaubt und für Scheidungsfragen wurden weltliche Gerichte zuständig gemacht.

Nach der islamischen Revolution wurden diese Errungenschaften für nichtig erklärt. Seitdem bestimmen die Artikel 20 und 21 der Verfassung des Iran , dass Männer und Frauen unter Berücksichtigung islamischer Prinzipien gleichberechtigt sind. Während der Mann für die Ernährung der Familie verantwortlich ist, muss die Frau den Haushalt verrichten und ist ihrem Mann gegenüber zu absolutem Gehorsam verpflichtet.

Auch allgemeine häusliche Gewalt des Ehemanns gegen die Frau ist weitgehend erlaubt. Frauen dürfen zudem nur mit Einwilligung des Mannes berufstätig sein, verreisen, ihre eigenen Eltern besuchen, einen Reisepass besitzen oder sich scheiden lassen.

Männern ist die Polygamie und die Zeitehe erlaubt, das gesetzliche Mindestheiratsalter für Mädchen liegt bei 13 Jahren. Diese Regeln widersprechen teils den gesellschaftlich anerkannten Werten im heutigen Iran, so leben auch Geistliche in Einehe.

Es gelang nach der islamischen Revolution trotz alledem nicht mehr, die Frauen aus der Öffentlichkeit zu verbannen, denn sie hatten die Islamische Revolution unterstützt und wurden im Iran-Irak-Krieg als Arbeitskräfte benötigt.

Als Nebeneffekt der strengen öffentlichen Sitten der Islamischen Republik gilt, dass konservative Eltern keinen Grund mehr haben, ihren Töchtern Schule und Studium zu verwehren.

Das Bildungsniveau der iranischen Frauen ist deswegen heute höher als je zuvor, sodass Frauen im Iran heute in fast allen Berufen bis hin zum Autorennsport Laleh Sadigh zu finden sind.

Säkular orientierte Frauen lassen ihre zukünftigen Männer Eheverträge unterschreiben, die ihnen all jene Rechte, die ihnen das Gesetz verwehrt, einräumen; mit Hilfe von Anwältinnen kann sie Scheidungen durch Einforderung der Brautgabe durchsetzen. Eine religiöse Debatte um Gleichstellung der Frauen kommt in Gang, seitdem auch Abgängerinnen islamischer Hochschulen Koranexegese betreiben.

Jahrhundert wurde Iran im internationalen offiziellen Sprachgebrauch weltweit als Persien bezeichnet. So fiel das Reich einem Einfall der nomadischen Bewohner der arabischen Halbinsel, deren es zuvor schon sehr viele gegeben hatte, zum Opfer Islamische Expansion: Zwar war Nichtmoslems die Ausübung ihrer Religion erlaubt, sie mussten jedoch eine Steuer bezahlen und zahlreiche Verbote beachten; noch im Der vierte Kalif Ali , der für die Abschaffung dieser Benachteiligung eintrat, hatte deshalb unter den Iranern besonders viele Anhänger.

Dies war beim Streit um die Legitimität des Führungsanspruches der islamischen Gemeinde und ihrem folgenden Auseinanderbrechen in Sunnitentum und Schiitentum ein bedeutender Faktor. Nachdem die Macht der Kalifen zugunsten des türkischstämmigen Militärs erodiert war, beherrschten im 9. Jahrhundert faktisch mehrere regionale Dynastien das Land, darunter die Tahiriden , die Saffariden und die Bujiden , die ab als Schutzmacht des Abbassiden-Kalifen auftraten. Unter den Samaniden , deren Hauptstadt sich in Buchara befand, wurden zahlreiche sassanidische Werke in die arabische Sprache übersetzt, was die Aufnahme iranischen Gedankenguts in den Islam beschleunigte.

Unter den Samaniden löste sich auch der Islam von seiner arabischen Herkunft und begann, eine kosmopolitische Religion zu werden. Jahrhundert wurden aus Turkvölkern Zentralasiens stammende Mamluken genannte Waffensklaven in die Armeen eingegliedert. Beginnend mit dem Zu diesen Herrscherhäusern gehören die Ghaznawiden und die Seldschuken. Nachdem die Seldschuken-Dynastie ihren Zenit überschritten hatte, zerfiel das Land wieder in mehrere lokale Reiche; es kam zu schweren innerschiitischen Kämpfen zwischen den Ismailiten und den Zwölferschiiten.

Die Mongolen zerstörten und plünderten die iranischen Städte, die Bevölkerungszahl schrumpfte dramatisch, Ackerland und Bewässerungsanlagen verkamen und die Zentralgewalten lösten sich auf. Von bis war Iran Teil des Reiches der Ilchane. Nach der Ermordung des letzten Ilchans konnten sich wieder lokale Reiche bilden. Doch bereits kurze Zeit später wurde das iranische Hochland erneut von Zentralasien aus überrannt, diesmal von den Truppen Timurs , der die Dynastie der Timuriden begründet, die bis herrschte.

Die Wirren der mongolischen und timuridischen Herrschaft trugen zum Aufkommen des Volksislam und der Derwisch -Kultur bei. Nach einem Zwischenspiel der turkmenischen Stämme Qara Qoyunlu und Aq Qoyunlu , die zeitweise das gesamte iranische Territorium beherrschen konnten, gelang es den Safawiden , wieder einen stabilen Staat zu errichten. Sie führten die Zwölferschia als Staatsreligion ein; sie stellt spätestens seit Ende der Safawidenzeit ein einendes Band im iranischen Vielvölkerstaat dar.

Das Reich der Safawiden stand in ständigem Konflikt mit dem osmanischen Reich , das im Jahrhundert am Zenit seiner Macht stand. Der heutige Irak mit seinen für die Schiiten heiligen Schreinen schied im Zuge dieses Konfliktes für immer aus dem iranischen Territorium aus. In diese Zeit fällt auch die Intensivierung der diplomatischen Kontakte mit europäischen Ländern und der Beginn des Seehandels mit Europa am persischen Golf.

Die schiitischen Gelehrten gewannen unter den im Niedergang befindlichen Safawiden deutlich an Macht und begannen, eine Oppositionsrolle zum Königtum einzunehmen. Während der Herrschaft der Safawiden stieg die Zahl der Nomaden weiter an, sodass der Druck auf die sesshaften Bauern wuchs und die Nomaden sich bewaffneten.

Diese militärische Macht blieb bis ins Jahrhundert ein wichtiger Faktor. Der Stamm der Kadscharen war von Abbas I. Sie eroberten den Nordiran, stürzten die Zand und krönten Agha Mohamed zum Schah; eine religiöse Legitimierung ihrer Macht erreichten die Kadscharen im Unterschied zu ihrer Vorgängerdynastie jedoch nicht. Auch das Ziel, ihr Reich auf die Grenzen des Safawidenreiches auszudehnen, verfehlten sie. Bis ging der Kaukasus an Russland verloren und Russland bekam Mitspracherecht in der iranischen Thronfolgeregelung.

Diese Initiativen, die auf Minister oder Prinzen zurückgingen, waren aber aufgrund Geldmangels und des Widerstandes konservativer Würdenträger oder des Schahs selbst nicht erfolgreich. Immerhin wurden mit Dar al-Fonun die erste höhere Bildungseinrichtung gegründet und Lehrbücher übersetzt. Der Umstand, dass die Regierung des Schahs kaum fähig war, Steuern einzutreiben, öffnete die Tür für die ökonomische Einflussnahme europäischer Staaten. Der Höhepunkt dieser Entwicklung wurde mit dem Tabakmonopol für ein britisches Konsortium erreicht, das zu einem vollständigen Tabakboykott und zur Rücknahme der Konzession führte — die erste erfolgreiche Bewegung von Händlern, Geistlichen und Intellektuellen gegen die Herrschenden.

Als der Schah angesichts eines Staatsbankrottes weitere Zugeständnisse an Russland machen wollte, kam es zu monatelangen Unruhen und einer konstitutionellen Revolution , in deren Resultat der Iran sein erstes Parlament erhielt. Es verabschiedete am 5. August die erste Verfassung , die umfassend erweitert wurde.

Diese Verfassung blieb auf dem Papier bis in Kraft. Somit beendete die konstitutionelle Revolution die absolute Monarchie im Iran. Die neue Staatsform der konstitutionellen Monarchie überdauerte zunächst nur 15 Jahre, [] [] sie neigte mehr und mehr zu Chaos und Zerfall [] und brachte insgesamt dem Land weder Stabilität noch Fortschritt.

Nach der Oktoberrevolution zog sich die russische Armee zurück. Britische Pläne, aus dem Iran ein britisches Protektorat zu machen, scheiterten jedoch. Die Streitkräfte bestanden lediglich aus einer Kosakenbrigade , kommandiert von russischen Offizieren, einer paramilitärischen Gendarmerie, und leichtbewaffneten Kämpfern der Nomaden. Reza Schah war ein energischer Führer [] und der erste seit langem, der echte Reformen anging.

Die Gerichtsbarkeit ausländischer Mächte über ihre Bürger im Iran wurde abgeschafft. Die ausländischen Banken wurden verstaatlicht, neue Banken gegründet. Die Lage der Frauen wurde verbessert; für alle Männer mit Ausnahme der Geistlichen wurde westliche Kleidung vorgeschrieben, Frauen wurde der Schleier verboten. Um den Zugriff auf die Ölvorkommen und um den Nachschub für militärisches Material an die Sowjetunion über die Transiranische Eisenbahn zu sichern, marschierten britische und sowjetische Truppen am August ohne Kriegserklärung in den Iran ein siehe: Anglo-Sowjetische Invasion des Iran.

Der Widerstand der iranischen Armee brach nach 48 Stunden zusammen. Es gab keinen Aufschrei der Öffentlichkeit, [] sein damals jähriger Sohn folgte ihm auf dem Thron nach. Die Sowjetunion hatte, entgegen ihren Zusagen, ihre Truppen im Nordwest-Iran belassen und unterstützte in der Irankrise die prokommunistischen Regierungen in Iranisch-Aserbaidschan und Kurdistan. Erst auf amerikanischen Druck hin willigte die Sowjetunion ein, sich zurückzuziehen und die iranische Armee konnte die beiden sezessionistischen Staaten zerschlagen.

Die zweite Entwicklung war die Verstaatlichung der Ölindustrie, die seit gefordert wurde und vom Parlament verabschiedet wurde. Der bis heute populäre Premierminister Mohammad Mossadegh , der am meisten mit der Verstaatlichung identifiziert wird, versuchte zur gleichen Zeit, die Kompetenzen des Schahs zu beschneiden.

Der Schah kehrte wieder in den Iran zurück. Die damalige Regierung, mit Zahedi als Premierminister, begann neue Verhandlungen mit einem internationalen Konsortium von Ölgesellschaften. Die Verhandlungen dauerten mehrere Jahre. Am Ende stand ein Abkommen, das bis zur ersten Ölkrise Bestand haben sollte.

Mit den steigenden Öleinnahmen konnte ein Industrialisierungsprogramm aufgelegt werden, das den Iran in wenigen Jahren von einem Entwicklungsland zu einem aufstrebenden Industriestaat machte. Industrialisierung und gesellschaftliche Modernisierung führten von Beginn an zu Spannungen mit den konservativen Teilen der schiitischen Geistlichkeit. Insbesondere der Ajatollah Ruhollah Chomeini sprach sich bereits gegen das Reformprogramm aus.

Die ab erfolgende politische Liberalisierung ermöglichte es der Opposition, sich zu organisieren. Es kam zu gewaltsamen Demonstrationen, Mord- und Brandanschlägen, die das Land in seinen Grundfesten erschütterten.

Die islamische Revolution hatte begonnen. Februar kehrte Ruhollah Chomeini aus dem französischen Exil zurück; dieser Tag wird seitdem als staatlicher Gedenktag, genannt Fadschr Morgenröte , gefeiert. Seine Politik war von einer antiwestlichen Linie geprägt und schreckte auch nicht vor Terror und Massenhinrichtungen zurück.

Von bis befand sich Iran im Ersten Golfkrieg , nachdem der Irak angegriffen hatte. Die anhaltende internationale Isolation des Iran lockerte sich zeitweise Ende der er Jahre.

Die systemkritischen Stimmen bekamen dadurch ein öffentliches Organ, um ihrem Reformwillen Nachdruck zu verleihen. Das Aufleben der Pressefreiheit dauerte nicht sehr lange an. Der Wächterrat machte die Gesetze mit Verweis auf die Unverträglichkeit mit dem Islam rückgängig und blockierte fortan nahezu alle Reformversuche des Parlaments.

Die Präsidentschaftswahl am Insbesondere seine Wiederwahl im Jahr , die von zahlreichen Manipulationsvorwürfen begleitet wurde, führte zu massiven Protesten im Land, die trotz gewaltsamer Niederschlagung auch friedlicher Demonstrationen vor allem gegen Ende weiter zunahmen.

Schüler dieser orthodoxen Geistlichen Haghani-Schule in Ghom besetzen zahlreiche Schlüsselposition im iranischen Militär und Geheimdienst.

So forderten Parlamentsabgeordnete den Tod der ebenfalls systemtreuen, bei den Präsidentschaftswahlen unterlegenen Oppositionskandidaten Mussawi und Karrubi , [] beide wurden gemeinsam mit ihren Ehefrauen unter offiziell nicht zugegebenen und illegalen Hausarrest gesetzt, was weltweit scharf kritisiert wurde.

Ein weiteres Resultat dieser Radikalisierung war eine zunehmende internationale wirtschaftliche und politische Isolation , in deren Folge Privatvermögen eingefroren und Reiseverbote sowie weitere Sanktionen [] [] gegen zahlreiche hochrangige iranische Militärs, Polizisten, Richter und Staatsanwälte u. April gab Hassan Rohani , der für iranische Verhältnisse als moderat und politisch dem ehemaligen Präsidenten Rafsandschani nahestehend gilt, seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im Juni bekannt.

Im Wahlkampf verteidigte Rohani vehement sein Vorgehen als Chefunterhändler und beharrte in einem TV-Interview darauf, dass es auch unter seiner Verhandlungsführung nie einen Stopp des Atomprogramms gegeben habe, der Ausbau des iranischen Atomprogrammes vielmehr erfolgreich vorangetrieben wurde.

Nach den vorläufigen Angaben des Innenministeriums gewann Rohani mit September rund ein Dutzend politische Gefangene vorzeitig aus der Haft entlassen, u.

Einige Beobachter werteten dies als ersten Ansatz Rohanis, sein Wahlversprechen umzusetzen, im Iran künftig mehr politische Freiheiten zuzulassen, gleichzeitig aber auch als Signal für die vom Iran erhoffte Entspannung des Verhältnisses zum westlichen Ausland.

Auch müsse das Regime dafür sorgen, dass die Freigelassenen nicht erneut Ziel der Sicherheitskräfte und der Justiz würden.

Zwar zeigte Rohani nicht die exzessive israelfeindliche Rhetorik seines Vorgängers, vollzog inhaltlich jedoch keinen Wandel. So erklärte er anlässlich des al-Quds-Tags , es könne für die Palästinenser keinen diplomatischen Ausweg, sondern nur den des Widerstands geben: Mit dem Abschluss des Vertrags über das Iranische Atomprogramm am Januar die Aufhebung der internationalen Sanktionen.

Bei der Präsidentschaftswahl am Mai wurde Rohani wiedergewählt. Der iranische Staat ist in seiner heutigen Form einzigartig in der Welt und lässt sich von der vergleichenden Politikwissenschaft in keine der gängigen Kategorien einordnen. Er trägt Elemente theokratischer , totalitärer , posttotalitärer und autoritärer , aber auch demokratischer Systeme in sich.

Die diesem Grundsatz zugesprochene universelle Gültigkeit überträgt sich entsprechend auf die entwickelte Staatsphilosophie: Da in den Augen Chomeinis nur Gott die Autorität zur Gesetzgebung hat, lehnte er ein gesetzgebendes Parlament nach westlichem Vorbild strikt ab.

In der Konsequenz propagierte er ein Programmierungsparlament. Die Exekutive der göttlich gegebenen Gesetze obliegt in Chomeinis Staatswesen dem legitimen Führer der muslimischen Gemeinschaft, nach dem schiitischen Bekenntnis also dem Propheten und den rechtgeleiteten Imamen. In Abwesenheit des der Welt entrückten zwölften Imams , an dessen Rückkehr die Schiiten glauben, soll ein profunder Kenner des göttlichen Gesetzes, also ein schiitischer Rechtsgelehrter, die Vertretung des Imams ausüben.

Das höchste und mächtigste Amt im heutigen iranischen Staat ist der Religionsführer , der im Deutschen synonym auch als Oberster oder Herrschender Rechtsgelehrter, geistlicher Führer oder religiöser Führer bezeichnet wird; im Persischen ist die Bezeichnung Rahbar geläufig. Nicht zuletzt ernennt er den obersten Richter, den obersten Staatsanwalt und die Oberbefehlshaber der Sicherheits- und Ordnungskräfte. Der Religionsführer wird nicht vom Volk, sondern vom Expertenrat für eine unbestimmte Zeit ernannt und kann von diesem theoretisch auch wieder abgesetzt werden.

Das zweithöchste Amt ist der Staatspräsident. Er ist der Leiter der Exekutive und ernennt die Regierungsmitglieder, die jedoch vom Parlament bestätigt werden müssen. Der Präsident leitet die Regierungsarbeit, koordiniert die Entscheidungen der Minister und ist für diese dem Parlament und dem Religionsführer gegenüber verantwortlich. Alle Fragen, die die islamische Führung direkt betreffen, sind jedoch Angelegenheiten des Religionsführers; diese Regelung kann dazu herangezogen werden, die Befugnisse des Staatspräsidenten nach Belieben zugunsten des Religionsführers zu beschneiden.

Der Präsident wird in allgemeinen Wahlen für eine vierjährige Amtszeit bestimmt und kann nur einmal wiedergewählt werden. Aktueller Amtsinhaber ist seit Hassan Rohani.

Das Amt des Ministerpräsidenten wurde im Rahmen der Verfassungsänderung von abgeschafft. Der Wächterrat ist eine sehr mächtige Institution aus zwölf Mitgliedern, von denen sechs vom Religionsführer ernannt und weitere sechs vom Leiter der Judikative vorgeschlagen und vom Parlament gewählt werden.

Seine Aufgabe besteht darin, jedes Gesetz auf Konformität mit dem Islam zu prüfen und gegebenenfalls zurückzuweisen. Darüber hinaus hat der Wächterrat die Interpretationshoheit über die Verfassung und prüft jeden Kandidaten zu Parlaments-, Präsidentschafts- oder Expertenratswahlen auf seine Eignung; Kandidaten, die der Wächterrat nicht zulässt, sind von den Wahlen automatisch ausgeschlossen.

Es hat die Aufgabe, den Religionsführer zu wählen; ansonsten tritt es zusammen, um über Gesetzesvorschläge des Parlaments zu beraten, die die Verfassung verletzen. Der Schlichtungsrat , auch Feststellungsrat genannt, ist ein Gremium, in dem Vertreter des Wächterrates, der Exekutive, Judikative und Legislative sowie sonstige vom Religionsführer direkt ernannte Mitglieder sitzen.

Seine Aufgabe ist das Beraten des Religionsführers einerseits, andererseits vermittelt er zwischen dem Parlament und dem Wächterrat, wenn der Wächterrat einen Gesetzesvorschlag als den Islam oder die Verfassung verletzend bewertet, und das Parlament den Vorschlag nicht ändern kann.

In der Islamischen Konsultativen Versammlung , also dem Madschles genannten Parlament des Iran, werden Sachfragen diskutiert, Budgets aufgestellt und verabschiedet, die Berichte der Regierung geprüft, Gesetzesvorschläge ausgearbeitet, Referenden beschlossen und Untersuchungen angestellt. Das Parlament hat Abgeordnete, die alle vier Jahre in allgemeinen Wahlen bestimmt werden. Kandidaten zur Parlamentswahl müssen vom Wächterrat genehmigt werden. Somit kann von einer Gewaltenteilung nicht die Rede sein; Artikel 57 der iranischen Verfassung bestimmt, dass Legislative, Exekutive und Judikative dem Religionsführer unterstellt sind, dessen Meinung in allen Fragen ausschlaggebend ist.

Anders als in den meisten Staaten gibt es im Iran keine Parteien, die über eine längere Zeit bestehen und politische Positionen vertreten. Es gibt jedoch verschiedene Lager oder Strömungen, die sich ständig in intensiven Machtkämpfen befinden. Die Grenzen zwischen diesen informellen Lagern sind hierbei verschwommen. Nicht jeder politische Akteur kann einem dieser Lager exakt zugeordnet werden. Politiker wechseln auch häufig die Lager. Diese politischen Lager vertreten innerhalb des systemtreuen Spektrums sehr unterschiedliche Ansichten und Ziele, was bei Wahlen zu hohen Wahlbeteiligungen führt.

Die Tendenz, dass sich ein wachsender Teil der Gesellschaft, besonders der Jugend, von niemandem innerhalb der systemtreuen Kräfte vertreten fühlt, ist eine potentielle Quelle für Instabilität.

Das iranische Einkammer-Parlament Islamischer Konsultativrat ; persisch Madschles-e Schora-ye Eslami besteht aus Abgeordneten, die in allgemeinen, direkten und geheimen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit gewählt werden. Bei Parlamentswahlen werden keine Parteien, sondern Personen gewählt. Voraussetzungen für die Wahl zum Parlamentsabgeordneten sind: Als Ausschlusskriterien für eine Kandidatur gelten: Die religiösen Minderheiten können folgende Anzahl Parlamentsabgeordneter entsenden: Zoroastrier und Juden jeweils einen Abgeordneten, assyrische und chaldäische Christen gemeinsam einen Abgeordneten und armenische Christen jeweils einen Abgeordneten aus dem Norden und Süden des Landes.

Wahlberechtigt sind geistig gesunde Bürger über 18 Jahren. Die Sitzungen des iranischen Parlamentes sind, ausgenommen im Notstand, öffentlich. Durch die Islamische Revolution ist das islamische Recht, die Scharia , als Gesetzesgrundlage eingeführt worden.

Da die Scharia in islamischen Ländern niemals kodifiziert worden ist, obliegt die Rechtspflege und Fortentwicklung der Jurisprudenz in einer Art Fallrechtssystem , basierend auf dem iranischen Strafgesetzbuch [] und dem iranischen Familienrecht.

Bis heute gibt es keine Gewaltenteilung im Iran, der Religionsführer hat weitreichende Befugnisse. Amnesty International kritisiert weiter die iranischen Gerichte bzw. Sondergerichte wegen Nichteinhaltung der internationalen Standards für faire Verfahren. Folter und Misshandlungen an Gefangenen sind üblich. Aufsehen erregte die Forderung der kanadischen Regierung an Deutschland, den iranischen Generalstaatsanwalt Said Mortasawi in Frankfurt auf dem Flughafen bei seinem Rückflug von Genf festnehmen zu lassen, weil ihm direkte Verwicklungen in den Mordfall der iranischstämmigen kanadischen Journalistin Zahra Kazemi vorgeworfen wird.

Nachdem mit Mohsen Rouhalamini, der ebenfalls dort festgesetzt worden sein soll, auch der Sohn eines prominenten Konservativen getötet wurde, protestierten konservative Politiker. Generell verweisen Oppositionsgruppen immer wieder auf die menschenunwürdigen Zustände in iranischen Haftanstalten.

So auch bezüglich der Haftanstalt Vakilabad in der nordöstlichen Stadt Maschhad. Der Iran ist nach einer kurzen Phase zurückgehender Hinrichtungszahlen seit mehreren Jahren Stand gemessen an der Bevölkerungszahl das Land mit den meisten Hinrichtungen.

So wurden in Massenexekutionen mehrere tausend politische Gefangene, meist ohne faires Verfahren und teilweise trotz der Verurteilung zu einer Haftstrafe, hingerichtet. Im Jahresbericht von spricht Amnesty International von insgesamt 6. Allein zwischen Juli und Januar seien über politische Gefangene, viele von ihnen wegen gewaltloser Aktivitäten inhaftiert, exekutiert worden.

Insbesondere die Exekutionen politischer Gefangener würden häufig geheimgehalten und seien so nur schwer vollständig erfassbar. Dabei ist Hängen als Hinrichtungsart üblich, 53 der Verurteilten wurden öffentlich hingerichtet. Die dortigen Verfahren sind weniger transparent als bei öffentlichen Gerichten und Amtsmissbrauch durch die Richter des Revolutionsgerichtes ist verbreitet.

Auch Jugendliche unter 18 Jahren werden im Iran zum Tode verurteilt und hingerichtet, obwohl der Iran den UN-Zivilpakt unterzeichnet hat, der dies verbietet. Nur selten werden Exekutionen auf internationalen Druck hin gestoppt bzw. Auch Ausländer werden hingerichtet, insbesondere weil der Iran doppelte Staatsbürgerschaften nicht anerkennt und so konsularische Hilfe verhindert. Selbst wenn wir hunderttausend Menschen exekutieren müssen, werden wir mit der Durchsetzung dieser Regeln fortfahren.

Nathan, damals in der englischen Kapitale schon eine stadtbekannte Figur, hatte die Siegesnachricht von einem. Agenten aus Ostende erhalten, der ihm vermutlich den ersten Brüsseler Zeitungsbericht über die Schlacht mit einem Segler nach London schickte. Seine melancholischen Andeutungen lösten sofort eine wilde Baisse aus. Zu Haussepreisen konnte der Nachrichtenmanipulant nun die billig aufgekauften Papiere losschlagen und dabei über eine Million Pfund Sterling verdienen.

Rothschilds "Waterloo-Sieg" wurde auch literarisch - meist legendär verzerrt - ausgeschlachtet. In London angekommen, eilt Nathan sofort zur Börse und faselt, noch von Meerwasser triefend: Wellingtons Niederlage war ehrenvoll, durchaus ehrenvoll, ehren Sie Wellingtons Niederlage durch Ruhe, meine Herren, durch Geschäftsruhe Keine andere Bank des Kontinents hätte diese Finanzaktion durchführen können.

Dann verschafften die Fünf Finger den ausgebluteten Staaten Anleihen,. Sie reizten die Besitzbürger, Anleihepapiere zu kaufen, indem sie die Emissionen wie eine Lotterie aufzogen; einzelne Stücke wurden als Gewinnlose prämiiert.

Die Schuldner-Länder wurden nicht nur mit den Zinsen, sondern auch noch mit 30 Prozent Disagio Abschlag belastet; für je Mark Schuldverschreibung bekamen sie nur Mark. Die Differenz teilten sich die Rothschilds mit den Käufern der Obligationen, und wenn die Anleihe-Routiniers dann die Kurse der Staatspapiere durch geschickte Manipulationen hochputschten, verdienten sie auch noch kräftig am Kursgewinn.

Dieses Geschäft beherrschten die fünf Rothschild-Banken wie ein Monopol. In dem Jahrhundert von bis legten sie für 1,3 Milliarden Pfund Sterling Staatsanleihen auf - nach damaliger Währung 26 Milliarden Mark, in heutige Valuta umgerechnet: Selbst überseeischen Staaten, zum Beispiel dem Kaiserreich Brasilien, an das sich früher kein solider englischer Kapitalist herangewagt hätte, verschaffte Nathan Rothschild Anleihen, während sein Frankfurter und sein Wiener Bruder vorwiegend den Hochadel bedienten.

Auf der Schuldliste des Frankfurter Bankhauses aus den Jahren bis standen an bevorzugter Stelle: Nach der Nobilitation bohrten die Brüder so lange, bis der Monarch, dessen Porträt noch heute in der Londoner Rothschild-Bank hängt, sie auch noch in den Freiherrnstand erhob. Nachdem sich die Kreditspezialisten um den weltlichen Adel so verdient gemacht hatten, waren sie auch den höchsten Kirchenfürsten der katholischen Christenheit, Papst Gregor XVI.

Der Vatikan borgte sich von den jüdischen Weltbankiers fast so viele Millionen wie die österreichische Regierung und honorierte die Anleihe nicht nur mit fünf Prozent Zinsen, sondern auch noch mit einem hohen päpstlichen. Orden, den Pius IX. Karikaturisten und Spötter wie Heinrich Heine, die als Kometenschweif hinter dem reichsten französischen Kapitalisten herwedelten, hatten diesen Namen aufgebracht, nachdem eine Zeitung das Vermögen des Barons mit Millionen Franc beziffert hatte.

Danach war er fast so reich wie der französische Monarch, dessen Besitzungen auf Millionen Franc geschätzt wurden. Als sich die Regierung dem Projekt widersetzte, korrumpierte er das Parlament. Er überwies jedem Abgeordneten ein kleines Aktienbündel, und prompt bewilligten ihm die Abgeordneten die Eisenbahn-Konzession.

Nur einer schickte das Schweigepflaster zurück und deckte den Korruptionsskandal auf, aber die Enthüllung verpuffte wirkungslos. James baute nicht nur die Nordbahn, sondern auch die Strecke Paris - Lyon, während sein Wiener Bruder Salomon den österreichischen und Nathan den belgischen Schienenverkehr organisierten. Bismarck war mehrmals bei Ihm zu Gast und amüsierte sich in einem Brief an seine Frau über das seltsame Geschenk, das ihm der Bankier einmal in seinem Park angeboten hatte.

Der Londoner hatte bereits vorher das Hauptbuch für immer zugeklappt, und trat als letzter der fünf Brüder auch Rothschild I.

James von der Pariser Bühne ab. Die nächste Generation zehrte vom Nimbus ihrer Väter; sie war arrivierter Geldadel und beschränkte sich darauf, das Erbe zusammenzuhalten. König Wilhelm, Bismarck und Moltke nahmen dort Quartier. Die französische Verhandlungsdelegation kam nicht ohne ihn zurecht; nur er konnte die von den Siegern geforderten fünf Milliarden Franc Reparationsleistungen beschaffen. Der Pariser Rothschild schaltete sofort seinen englischen Vetter ein und garantierte prompte Zahlung der Gelder, die dann durch Rothschildsche Vorleistungen und Anleiheoperationen vorfristig an das auch Bismarck befreundete Berliner Bankhaus Gerson Bleichröder überwiesen wurden.

Alle Rothschilds hatten sich national assimiliert, und nach der Jahrhundertwende hörte das Fünffingersystem ganz auf. Es gab auch nur noch drei Finger. Erst war die Neapler Linie ausgestorben, dann verblich der letzte Frankfurter Rothschild.

Eine neue Ära war angebrochen. Am leichtesten fanden sich die Pariser Rothschilds mit der veränderten Situation ab. Sie eroberten neue wirtschaftliche Schwerpunkte und setzten sich zum Beispiel auf den Petroleumfeldern von Baku fest. Seit sind sie wieder Barone und Baroninnen de Rothschild. Nur wenige Familienmitglieder bewahrten sich ihre eingewurzelte Abneigung gegen alles Teutonische. Am nächsten Morgen lag unter ihrem Frühstücksteller ein Zettel: In ihm kulminierte die hundertjährige Inzucht.

In Cannes erregte er öffentliches Ärgernis, weit er sich beim Schwimmen seiner Badehose entledigt hatte. Kreischend flüchteten alle Nixen vom Strand - Neptun Moritz hinterher.

In Biarritz machte er einer eleganten Lebedame hartnäckig den Hof und prahlte in Gegenwart prominenter Gaste immer wieder: Am nächsten Morgen chauffierte er die Dame zu einem Juwelier, deutete auf das teuerste Diamantenkollier imSchaufenster und sagte: Mit dem herrlichsten Stück habe er sie jetzt zusammengebracht. Wenn sie es kaufen wolle, müsse sie es allerdings selbst bezahlen. Ich konnte dort nicht viel lernen. Deshalb habe ich innerhalb der Bank auf eigene Rechnung Geschäfte gemacht. Als der Staat alle privaten Eisenbahnunternehmen nationalisierte und auch die Rothschildsche Chemin de Fer du Nord gegen hohe Entschädigung übernahm, wurde die Gesellschaft in.

Doch bevor das "Gehirn" den Pariser Finanzkonzern neu organisieren konnte, brach der Zweite Weltkrieg aus. Der damals 31jährige Guy de Rothschild, Hauptmann der Reserve, konnte sich beim Vormarsch der deutschen Truppen in Dünkirchen mit den englischen Verbündeten über den Kanal absetzen.