Die Welt der Anleihen

 

Der Herausgeber der Anleihe, auch Emittent genannt, nimmt einen Kredit am Kapitalmarkt auf und verschuldet sich damit beim Käufer der Anleihe, der gegenüber dem Herausgeber somit eine.

Diese Ausstattungsmerkmale sind wichtig bei Inflationspapieren.

Welche Arten von festverzinslichen Wertpapieren gibt es?

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Lassen Sie sich am besten von einem Experten, der Ihre persönliche Chance-Risiko-Neigung berücksichtigt, in Ihrer Sparkasse vor Ort ausführlich beraten. Mehr Informationen zum Sparen und Anlegen erhalten Sie hier.

Doch es gibt noch Ausnahmen, die sogar Zinsen im zweistelligen Bereich versprechen. Und zwar an der Börse. Festzinszertifikate wie Aktienanleihen bringen bis zu zehn Prozent pro Jahr. Die Anleihen sind an den Kurs einer Aktie gekoppelt.

Hält sich der Aktienkurs über einem vorab vereinbarten Zielpreis, wird die Anleihe ganz normal getilgt. Fällt der Kurs darunter, erhält der Anleger statt der Rückzahlung die Aktie. Unabhängig vom Kurswert der Aktie, wird der Kupon immer bezahlt. Dafür behält der Emittent die Dividende ein. Trotz des einfachen Prinzips führten Aktienanleihen in der Vergangenheit ein Schattendasein, Discountzertifikate setzten sich ab.

Discounter gewähren statt hohen Zinszahlungen einen Rabatt beim Aktienkauf, weisen aber ansonsten die gleichen Produktmerkmale sowie ein fast identisches Auszahlungs- und Risikoprofil auf. Doch während bei den Discountern die Erlöse aus Aktienverkäufen nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei waren, mussten die Zinszahlungen bei den Aktienanleihen mit dem persönlichen Steuersatz veranlagt werden.

Seit Januar sind aber beide gleichgestellt, sowohl Verkaufserlöse als auch Zinszahlungen mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent belegt. Viele Banken stocken nun ihr Angebot an Aktienanleihen auf. Auch die Deutsche Bank emittiert in letzter Zeit verstärkt Aktienanleihen. Wie bei allen Finanzprodukten, so gilt auch bei der Aktienanleihe: Das sollten sich Investoren bewusst machen. Fällt der Aktienkurs auf null, erhält der Anleger nur hohe Zinszahlungen. Das eingesetzte Kapital ist allerdings verloren, und eine wertlose Aktie verunziert das Depot.

Mit einer vorsichtigen Vorgehensweise können Aktienanleihen auch Neueinsteigern attraktive Renditen bringen. Der Basispreis sollte so gelegt werden, dass ein ausreichender Puffer zum aktuellen Kurs aufgebaut ist.

Hier muss der Anleger selbst sein Risikoprofil einschätzen. Risikoscheue Anleger finden passende Aktienanleihen. Der Basispreis liegt bei 26 Euro. Verglichen mit einem aktuellen Aktienkurs der Allianz von 69 Euro, ergibt sich ein Sicherheitspuffer von 62,72 Prozent. Das Risiko einer tatsächlichen Aktienlieferung ist also gering. Anleger werden für das höhere Risiko aber mit Zinszahlungen von 21 Prozent entschädigt. Anleger sollten sich auch aus steuerlichen Gründen bewusst machen, dass es sich bei Aktienanleihen um eine Kopplung aus Aktie und Anleihe handelt.

Fällt der Aktienkurs unter den Basispreis und erhält der Anleger die Aktie, so kann er sie nur mit einem Verlust verkaufen, der bei der Steuer nicht mit den vorherigen Zinszahlungen verrechnet werden kann. Nahezu jedes verzinsliche Wertpapier ist dementsprechend mit einem Zinssatz ausgestattet, der meistens fest ist.

Es gibt allerdings auch sogenannte variabel verzinsliche Anleihen, bei denen der Emittent den Zinssatz unter bestimmten Voraussetzungen anpassen kann.

Die meisten Anleihen können an der Börse gehandelt werden, sodass der Inhaber die Möglichkeit hat, das Wertpapier jederzeit zu verkaufen. Allerdings geschieht dies dann nicht zum Rücknahmekurs, der in der Regel bei Prozent liegt. Stattdessen findet der Verkauf an der Börse jeweils zum aktuellen Handelskurs statt. Viele Anleihen können sich durch eine hohe Sicherheit auszeichnen, was insbesondere auf die gute Bonität des Emittenten zurückzuführen ist.

Eine weitere Chance besteht bei Anleihen auf durchaus gute Renditen, die allerdings insbesondere dann zu erzielen sind, wenn die Bonität des Emittenten nicht ganz so gut ist. Daher sollten Sie bei verzinslichen Wertpapieren mit einem überdurchschnittlichen Ertrag immer kritisch sein, denn zumeist ist die hohe Rendite nur darauf zurückzuführen, dass der Emittent sonst keine Käufer finden würde, weil seine Bonität nicht die beste ist. Je nach Art und Ausstattung der Wertpapiere kann es zu den folgenden Risiken kommen, die allerdings natürlich nicht alle bei jeder Anleihe auftreten müssen:.

Ein Zinsrisiko existiert hingegen nur bei solchen Rentenpapieren, die keinen festen Zinssatz verbriefen, also bei variabel verzinslichen Anleihen. Auf Währungsrisiken müssen Sie nur dann achten, wenn Sie sich für eine Fremdwährungsanleihe entschieden haben, die nicht in Euro ausgegeben und zurückgezahlt wird. Ein Kursrisiko gibt es bei allen Anleihen, die an der Börse notiert werden. Allerdings bezieht sich dieses Risiko nur auf den vorzeitigen Verkauf, denn im Normalfall wird jedes verzinsliche Wertpapier bei Fälligkeit zu einem Kurs von Prozent zurückgezahlt.

Das Schwierigste bei einem Investment in Anleihen besteht sicherlich darin, die zahlreichen Anleihearten am Markt zu unterscheiden und das persönlich passende Rentenpapier zu finden. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Anleiheformen, die sich nicht nur bezüglich Sicherheit und Zinssatz, sondern auch im Hinblick auf ihre strukturelle Funktionsweise voneinander unterscheiden.

Zu den am häufigsten genutzten Anleihearten gehören unter anderem:. An dieser kurzen Auflistung erkennen Sie bereits, wie viele unterschiedliche verzinsliche Wertpapiere am Markt angeboten werden. Daher sollten Sie sich stets intensiv mit der jeweiligen Anleiheart beschäftigen, denn eine Optionsanleihe funktioniert zum Beispiel ganz anders als eine Nullkuponanleihe.

Da die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Anleihen ein sehr wichtig ist, möchten wir im Folgenden kurz auf die jeweilige Variante eingehen. Staatsanleihen haben oftmals, aber nicht immer, eine hohe Sicherheit. So gibt es beispielsweise bezüglich des Emittentenrisikos einen erheblichen Unterschied, ob Sie sich zum Beispiel für eine Bundesanleihe oder für eine Staatsanleihe entscheiden, die vom argentinischen Staat ausgegeben wird.

Fast immer sind Staatsanleihen mit einem festen Ertrag ausgestattet und können über die Börse gehandelt werden. Staatsanleihen werden entweder in der landeseigenen Währung oder in einer Fremdwährung emittiert. Von Auslandsanleihen spricht man immer dann, wenn der Emittent des Wertpapiers aus Sicht des Anlegers im Ausland beheimatet ist.

Ansonsten sind Auslandsanleihen im Prinzip mit Staatsanleihen zu vergleichen, da sie einen festen Nennwert und meistens auch einen festen Zins beinhalten. Optionsanleihen sind etwas komplexer, da es sich in gewisser Weise um eine Mischung zwischen einer Anleihe und einer Aktie handelt.

Zunächst einmal ist die Optionsanleihe zwar ein eigenständiges verzinsliches Wertpapier, aber der Inhaber hat mittels der anhängenden Optionsscheine die Möglichkeit, zusätzlich Aktien zu beziehen. Im Gegensatz zur Wandelanleihe bleibt die Optionsanleihe allerdings als festverzinsliches Wertpapier bestehen, sodass Sie nach Ausübung der Option sowohl Inhaber einer Anleihe als auch von Aktien sind.

Von diesem Umtauschrecht sollten Sie allerdings nur dann Gebrauch machen, wenn der Gesamtwert der Aktien, die in der Anleihe genannt werden, höher als der Nennwert des festverzinslichen Wertpapiers ist. Aufgrund dieser Tatsache und der etwas komplizierteren Struktur sind Wandelanleihen eher nicht für Anfänger geeignet.

Fremdwährungsanleihen beinhalten stets das in unserem vorherigen Abschnitt Risiken bereits angesprochene Währungsrisiko. Ausgehend von der eigenen Landeswährung, also in diesem Fall Euro, werden Fremdwährungsanleihen sowohl in einer ausländischen Währung angeboten als auch zum Verfallszeitpunkt zurückgezahlt.

Für den Inhaber besteht also durch die Umrechnung in Euro stets ein Währungsrisiko, welches allerdings auch eine Währungschance beinhaltet.