Wetter USA - Wettervorhersage heute

 

Ausgewählte Beiträge, Feature, Hörspiele und weitere Sendungen aus dem Programm von kultur radio stellen wir Ihnen hier für sieben Tage zum Nachhören zur Verfügung.

Von den neun Episoden der Romanhandlung, die ziemlich genau in das Bühnenstück überführt werden, bleiben einige besonders im Gedächtnis. Natürlich potenzieren sich die Irrtümer und Verwechslungen, als nicht nur der falsche, sondern auch der echte Champignol im selben Regiment Dienst tun. Herbert Schäfer und Vasilis Triantafillopoulos bauen ihnen eine Bühne, die allen szenischen Erfordernissen gerecht wird. Martin Luther, der ihn zunächst öffentlich für die Mordbrennerei verurteilt hatte, erwirkt ihm dann aber freies Geleit nach Dresden. Dem Fürsten Schuiskij von Burkhard Ulrich hätte man vielleicht noch etwas mehr intrigante Farbe gewünscht.

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Wolf Vostell (14 October – 3 April ) was a German painter and sculptor, considered one of the early adopters of video art and installation art and pioneer of Happening and Fluxus.

Fahrer lenkt Schulbus in Sturzflut. Das höchste Skigebiet der Welt ist weg. Was ist so schwierig am Klimaschutz? So vermeiden Sie Plastikmüll! So kommen Sie sicher durch den Winter. Wetter USA - Wettervorhersage heute. Aktuell Vorhersage Gesundheit Freizeit. Kommt bald ein richtig übler Winter?

Monsterwelle überrollt Surfer fünfmal! Immense klimatische Differenzen herrschen zwischen Süd und Ost: Liegt in den Südstaaten subtropisches Klima vor, herrscht im südlichen Teil Floridas bereits Tropenklima, welches sich durch Regen- und Trockenzeiten auszeichnet.

In diesem Gebiet herrscht mediterranes Klima vor, welches vom Pazifik herrührt. Niederschlagsmengen und Temperaturen unterscheiden sich je nach Breitengraden, auf denen die fünfzig verschiedenen US-Staaten liegen, stark. Schauen Sie hier auf wetter. Gebietsweise kann zu klimatischen Extremen kommen.

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Die Inszenierung besorgte hier Holger Hauer. Sie hatte sich einen Yorkshire-Terrier gewünscht, aber er bringt stattdessen einen Goldfisch im Aquarium nach Hause. Der Berliner Goldfisch Kasimir, der mit der Stimme von Dieter Hallervorden zu sprechen vermag, ist zunächst ständig in Gefahr, an die Tierhandlung zurückgegeben zu werden, aus der er stammt.

Als er dem Ende nahe zu sein scheint, besorgt Christine sogar einen zweiten Goldfisch, der sich mit bayerischem Dialekt zu Wort meldet, der aber nicht über die Gabe verfügt, Menschen zu ungehemmter Beichte zu verleiten. Wie sich herausstellt, hatte Henri fünf Jahre zuvor ein kurzes Techtelmechtel mit ihr, dem ein nunmehr fünfjähriger Sohn entstammt, der jetzt in der Obhut von Dounias Mutter im fernen Kaukasus Ziegen hütet.

Aber auch Christines bislang erlebnisarme Lebensführung bleibt nicht unbelastet: Dieses in vieler Hinsicht kuriose Szenario wird durch treffende schauspielerische Leistungen plausibel und nachempfindbar.

Heimlicher Star des Abends ist natürlich der Goldfisch Kasimir, dessen Bühnenexistenz aber keine protestierenden Tierfreunde auf die Szene ruft, denn er bewegt sich durch eine raffinierte visuelle Technik nur als gut sichtbares Hologramm in seinem Aquarium.

Henri erntet Verständnis und Mitgefühl für seine Versuche, die Zuneigung von Christine wieder zu beleben. Dounia stellt mit überzeugend pseudo-kaukasisch gebrochenem Deutsch, aber tadellosem Erscheinungsbild ihre Escort-Existenz auf die Bühne, und Hans Peter wird mit warmherziger Emotion regelrecht zum Publikumsliebling.

Am Ende viel Beifall und begeisterter Applaus für einen amüsanten Abend ohne unnötige Komplikationen. Eine Jury bestimmt, ob die Anforderungen erfüllt werden. Zur Generierung der Stipendien dienen unter anderem Stipendiatenkonzerte, in denen gegenwärtige oder frühere Stipendiaten auftreten und das Programm eines Kammerkonzerts zusammen mit Musikpartnern gestalten.

Kraftvoll und beredt setzen Violine und Cello ein, die Viola accompagniert in der Mittellage. Eine heitere, fröhlich voran tänzelnde Melodie, von allen drei Solisten in perfektem Einklang vorgetragen. Die spielerische Violine erfindet die Motive und schickt sie über die anderen beiden Stationen, das dunkel, markant formulierende Cello und die rhythmisch akzentuierende Viola.

Alle drei bewegen sich in einer gemächlichen, gut abgestimmten Schrittfolge voran, wobei die Violine der Melodie leuchtende Lichter aufsetzt.

Gelegentlich sind alle drei ausdrucksstark unisono zu vernehmen. Dialog zwischen Violine und Viola, ein sehr geschlossenes Klangbild, das die Violine bemerkenswert klar und rein anführt.

Mit beherztem Sprung gehts in den Satz, die Violine allen voran. Ein liebenswürdiges Seitenthema wird sensibel ausgeführt. Dann wieder der rhythmisch betonte Anriss des Eingangsthemas.

Die Violine schwingt sich mit zartem Ton in den Eingangsbogen des Finales hinein. Noch einmal leidenschaftlich betonte Akzente und rhythmisch gut ausgeformte Triofiguren. Zur Seite gehts mit einer Art Frageformulierung, für die anschliessend die Antwort gegeben wird.

Ein ganz leichter, fast schelmischer Ausklang. Beim zweiten Programmpunkt gibts eine Änderung. So wird das Stück zu einer verträumten Reminiszenz, einer Erinnerung mit mannigfaltig abgestuften Akzenten, auch einmal etwas markanter und in beschleunigtem Tempo. Eine leicht perlende Passage illustriert das Hauptmotiv in reizvoller Weise. Mit mächtigen Akkorden stürzt sie sich virtuos in diesen Exkurs, führt das Thema in kleinen Sprüngen weiter, als wären Stromschnellen im Spiel.

Eine spielerische Pianoeinleitung, die Violine setzt sich drauf und flattert davon. Wie Glockentöne vom Piano. Suggestive Violine, sanft melancholisch eingefärbt. Die Intensität der Violine nimmt zu, um dann wie in der Dämmerung zu versinken. Kurze, trockene Interjektionen des Pianos, weite Atemzüge der Violine.

Verträumter Ausklang in hoher Lage. Darauf setzt das Piano rhythmische Akzente und sorgt für das richtige Blues-Feeling, das die Violine paraphrasiert. Das Duett ist sehr genau getaktet, virtuos akzentuiert und mit raffinierten Taktverlagerungen aufgeraut. Man meint, einem Insektenschwarm zu folgen. Konstanter Drive nach vorn, beide Solisten in exzellentem Einklang. Piano und Cello sind vorab zu vernehmen, die Flöte folgt und kann mit ihren Spitzentönen gleich die ersten Akzente setzen.

Den sanften, dunklen Überleitungston steuert das Cello bei. Piano souverän exakt, die beiden anderen passen sich feinfühlig an. Verschwebend leicht die Flöte. Ein markantes Tanzthema, zunächst im Piano, dann von der virtuos leichten Flöte aufgegriffen. Die Melodieführung erinnert an eine Arie. Das Piano rhythmisch ausgesprochen virtuos. Die Flöte eröffnet in liedhaftem Ton, das Piano wiederholt den Wortlaut.

Dann tritt das Cello hinzu und steigert den dramatischen Duktus. Daraus wird dann ein Zwiegesang von Flöte und Cello mit dem Piano. Das Piano setzt ein, gibt Ton und Tempo vor. Flöte und Cello folgen in flottem Allegro-Ton. Piano kraftvoll und zartfühlend in sekundenschnellem Wechsel. Hinreissend im rhythmisch forcierten Voranstürmen.

Cello solo, mit Piano und Flöte. Falke Thomas Leman betritt und, als Magier mit langen Nosferatu-Fingern den Kronleuchter und den Kamin entzündet, auf dessen Bildschirm dann später auch einmal die Fernseh-Wetterkarte als Bildstörung erscheint.

Wie aus einer anderen Welt kommend schreitet Rosalinde als ungarische Gräfin die Treppe herab. Ihr Gatte Eisenstein erkennt sie nicht, ist aber von ihr restlos hingerissen. Nach und nach tauchen auch die übrigen Protagonisten auf, und der Advokat Dr.

Blind Jörg Schörner denkt über die Verteidigung des Eisenstein nach. Stattdessen schlüpft der echte Eisenstein dann in die Rolle des Dr.

Rosalinde erscheint, Erkennungs- und Verzeihungsszenen lösen sich ab, Adele stellt ihr Theatertalent unter Beweis. Wie man sieht, fehlte es also nicht an belebenden Elementen für das szenische Geschehen. Thomas Blondelle war situationsgerecht elegant und albern, und Markus Brück durfte auch die Wirkungen reichlichen Champagnergenusses glaubwürdig vorführen.

Jeremy Bines hatte den Chor einmal mehr vorzüglich instruiert. Mag dieses zeitliche Zusammentreffen nun Zufall sein oder nicht - auf jeden Fall ist dieses Stück hochaktuell. Einmal mehr ist das Bühnenbild auf das Nötigste beschränkt, um den knappen Aktionsraum nicht mehr als nötig einzuschränken. Die intelligente Lichtregie unterstützt die Gliederung der Handlung. Zwei Akteure teilen sich sehr effizient und überzeugend die szenische Hauptaufgabe, eine fiktive Geschichte in greifbare Nähe zu rücken, in der die Absurdität mancher Lebensläufe jener Jahre auf die Spitze getrieben wird.

In einem schlesischen Städtchen, wo Christen, Juden und Andersgläubige friedlich zusammenleben, treffen Max Schulz und Itzig Finkelstein aufeinander, erst als Schulfreunde, später als Friseurlehrlinge. Als er einen Weg sucht, dem Strudel des Untergangs bei Kriegsende zu entgehen, kommt er auf den Gedanken, Finkelsteins Identität anzunehmen und als nunmehr Jude nach Palästina auszuwandern.

Während der Schiffspassage nach Palästina hatte er einen jüdischen Amtsgerichtsrat Richter kennengelernt, dem er später bekennt, der gesuchte Massenmörder Max Schulz zu sein. Das Urteil des Juristen, voll bitterem Sarkasmus: Oliver Dupont und Andreas Klopp stellen in springlebendiger Wandlungsfähigkeit die erforderlichen Charaktere auf die Bühne: Das Ganze ergibt einen sehr eindrucksvollen Abend mit schauspielerischen Leistungen besonderer Finesse.

Erneut wird dabei einem unauslöschlichen Abschnitt der deutschen Geschichte der Spiegel vorgehalten. Viel Beifall für einen fesselnden, sehr anregenden Theaterabend. Der Text mit seiner gestelzten, bisweilen gewollt überhöhten Kunstsprache atmet diesen rührenden, emphatischen Weltverbesserungsgeist mancher Autoren der Zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, der in den Dreissigern von der Geschichte dann so markant konterkariert und in der Weltkriegs-Katastrophe der Vierziger unwiderruflich zuschanden geritten wurde.

Die Gratwanderung zwischen äusserster Stilisierung und purem Kitsch führt dabei auch zu gelegentlichen Grenzüberschreitungen. Regisseur Christof Loy erreicht an diesem Abend zwei widerstreitende Ziele: Er erzählt ohne Stilbruch einen durchaus spannenden Krimi und erreicht gleichzeitig eine bewegende Verklärung der Liebe. Seine Szene von Johannes Leiacker ist drei Akte lang ein repräsentativer, holzgetäfelter Gerichtssaal, in dessen Vordergrund lediglich ein schmaler Tisch und ein Stuhl stehen.

Gleichrangig steht daneben die sorgfältige Einstudierung der Chöre durch Jeremy Bines. Der Herrscher eines totalitären Staates Josef Wagner , dessen grausame und gemütskalte Haltung sich längst auf sein Volk übertragen hat, will einen Fremden Brian Jagde am nächsten Morgen hinrichten lassen, dessen aufgeschlossenes Wesen den Geist von Widerspruch und Rebellion verbreitet.

Königin Heliane Sara Jakubiak hat sich ihrem Ehegatten bislang verweigert und kommt nun zu dem Fremden ins Gefängnis, um ihn zu trösten.

Beide kommen sich rasch näher, und aus Wesensverwandtschaft entsteht Liebe. Diese geheimnisvolle Verbindung ist enger, als es die Beziehung zwischen König und Königin je gewesen ist. Gleichwohl sieht sich Heliane, vor Gericht gestellt, weder als Dirne noch als Ehebrecherin.

Der Fremde begeht Selbstmord mit einem Dolch, den Heliane zuvor von ihrem rasend wütenden Gatten bekommen hat. Der verlangt nun von seiner Frau, sie solle als Unschuldsbeweis den Selbstmörder wieder zum Leben erwecken. Als Heliane tief zerknirscht ihre wahre Schuld bekennt, den Fremden wirklich geliebt zu haben, geschieht das Wunder: Der Fremde erhebt sich von seiner Bahre, rühmt in beredten Worten Freiheit und Liebe, um dann gemeinsam mit Heliane, von Licht umflossen, der Zukunft entgegenzugehen.

Der zweite Vorzug dieser Inszenierung liegt in der darstellerisch wie stimmlich treffenden Besetzung der Solistenrollen. Okka von der Damerau ist die stramme Botin, einst kurzzeitig die Geliebte des Königs und noch heute seine Parteigängerin. Gideon Poppe ist ein bebrillter skeptischer junger Mann, der alle Vorgänge aufmerksam verfolgt. Sein eminenter Klangsinn, der auch gelegentlich überlaute Fortissimi nicht scheut, verbindet musikalische Charakterzüge von Wagner, Richard Strauss, Ravel und Eduard Künneke mit - ja eben, mit Korngold zu einer durchgehend faszinierenden Klangschmelze.

Selten hat man das Orchester der Deutschen Oper Berlin so homogen, in sämtlichen Instrumentengruppen so organisch und ohne Fehl agieren hören. Einhelliger, begeisterter Beifall für ein selten zu hörendes Werk, das wie eine Botschaft aus einer anderen Zeit wirkt.

Sein Reiz besteht wesentlich darin, dass Paraphrasen über die Unaufrichtigkeit in der Liebe hier nicht als moralinsaure Tiefbohrung angeboten werden, sondern als durchgehend amüsante Szenenfolge ohne mahnend erhobenen Zeigefinger.

Regisseur Folke Braband hat wieder einmal alles richtig gemacht, um die raffinierte Leichtigkeit der Dialoge auch auf einer deutschen Bühne zu voller Wirkung zu bringen. Das Bühnenbild von Tom Presting stellt einfach eine Projektionswand auf die kleine Drehbühne, was einen raschen Wechsel des jeweiligen Szenenhintergrunds ermöglicht. Mit der Dauer der Beziehung wächst der Wunsch bei Michel und Alice, statt einiger Stunden auch einmal ein Wochenende gemeinsam zu verbringen.

Natürlich trägt dieses Lügengespinst nur wenige Meter weit, dann verheddert man sich in Widersprüche, und Michel darf am Telefon mehr schlecht als recht die Stimme der Chartreuser Tante simulieren. Immer wichtiger wird die Frage, wer zu welchem Zeitpunkt die Wahrheit über das Quartett der Seitensprünge gewusst hat und wer für eisernes Schweigen oder stattdessen für rückhaltlose Offenheit eintritt.

Ganz nebenbei erfährt Michel, dass sein bester Freund Paul schon geraume Zeit ein gleichfalls geheimgehaltenes Verhältnis mit Michels Frau Laurence unterhält. Nun ist es an Michel, in einer dummdreisten Flucht nach vorn reihum erst seinen Freund, dann seine Geliebte und am Ende seine Frau heimtückischer Machenschaften und mangelnder Wahrheitsliebe zu bezichtigen. Insgesamt ein überaus unterhaltsamer Abend mit gut inszenierten Dialogen und Pointen. Das Publikum dankt mit reichem Applaus, der sich zu rhythmischem Beifall steigert.

Die konzertante Praxis ist solchen Zwängen nicht ausgeliefert und kann sich ganz der musikalischen Gestalt des wiederzugebenden Werkes widmen. Mag die Presseresonanz hierauf etwas geringer sein: Ein reines, ungetrübtes Vergnügen ist von einem solchen Ereignis vielleicht sogar eher zu erwarten als von einer allzu streitbaren Inszenierung.

Aus den zunächst vier Akten wurden drei, und entstand eine dritte Fassung mit Ouvertüre, die nun auch in Berlin zu hören war.

Das liegt gewiss zu einem Teil an der für den heutigen Geschmack etwas verstiegen wirkenden Handlung, die auf ein Sujet von Alphonse Daudet zurückgeht.

Rosa Mamai hat zwei Söhne: Letzterer ist unsterblich in ein Mädchen aus Arles verliebt, über deren Lebenswandel zunächst nichts weiter bekannt ist. Mutter Rosa favorisiert aber Vivetta, die ihrerseits Federico liebt. Rosa bittet ihren Bruder Marco, etwas über die geheimnisvolle Arlesierin herauszufinden, und der legt daraufhin seiner Schwester nahe, den Heiratsplänen Federicos zuzustimmen. Ein Liebhaber der Arlesierin namens Metifio stellt seiner Geliebten allerdings ein schlechtes Zeugnis aus, worauf Federico zutiefst betroffen reagiert.

Vivetta gesteht ihm ihre Liebe, und Federico wendet sich vom Traumbild der entfernten Arlesierin ab und will nun Vivetta heiraten. Metifio taucht auf und plant, die leichtlebige Arlesierin zu entführen.

Stattdessen verdunkelt sich das Seelenleben von Federico: Die konzertante Aufführung in der Deutschen Oper stand unter einem denkbar glücklichen Stern und kompensierte durch die musikalische Perfektion alle Bedenken, die sich gegen die streckenweise etwas unglaubwürdige Handlung wenden mochten. Ein wesentlicher Angelpunkt der klugen Klangregie war der Dirigent Paolo Arrivabeni, der gleich mehrere Tugenden eines hervorragenden Operndirigenten miteinander verband: Auf der kontinuierlich ausgezeichnet disponierten Orchesterleistung ruhte die Qualität der Solostimmen, die bestens aufeinander abgestimmt waren und sich zu einem organischen Ganzen verbanden.

Den Federico von Joseph Calleja kann man getrost unnachahmlich nennen, was vor allem seinem charakteristischen Timbre zu danken ist.

Seine Romanze im zweiten Akt, mit strömender Klangfülle vorgetragen, brachte ihm minutenlangen Szenenapplaus ein. Die überaus stimmungsvoll eingesetzten Chöre hatte Jeremy Bines sehr sorgfältig einstudiert. Die Uraufführung fand in Frankfurt am Main statt.

Leider kann man bei näherer Betrachtung dieses Theaterabends nicht ohne Einschränkung sagen, dass sich die Transplantation tatsächlich gelohnt hätte. Dabei präsentiert die Bühne von Etienne Pluss zunächst eine originelle szenische Lösung für die Hochzeitsgesellschaft: Im weiteren Verlauf wird der pfiffige Trick an dieser Lösung offenbar: Wenn sich der Vorhang öffnet, erscheint ein weiterer Vorhang: Was sich aber als Nachteil erweist, ist das Regiekonzept von Philip Tiedemann aus dem Jahre , das den studentischen Einakter von Brecht, von Hause aus eher ein Leichtgewicht zwischen Farce und Groteske, zu einer mit Pause zweistündigen Handlung zerdehnt, in die Brechts Textelemente nur eingestreut werden.

Was eigentlich eine zügig sich steigernde Parodie auf die bürgerliche Idylle sein sollte, verbreitet nun unterwegs streckenweise einfach nur Ödnis. Dabei sind die schauspielerischen Leistungen auf dem Weg in die Bankrotterklärung durchaus ansehnlich. Ihre Schwester mit blondem Bubikopf ist Anke Engelsmann. Die Riege der männlichen Tischgäste führt Martin Seifert als Vater der Braut an, der die gesamte Korona mit seinen allseits bekannten Geschichten mehr quält als unterhält.

Den Bräutigam, der alle Möbel selbst geformt und mit einem stinkenden Leim zusammengefügt hat, gibt Boris Jacoby. Das Premierenpublikum sah allerdings seine Erwartungen erfüllt und spendete reichlichen Applaus. Die deutsche Erstaufführung des Stückes fand in Berlin statt: Das szenische Milieu ist amerikanische Mittelschicht in einer kleinen, vom College geprägten Stadt. George ist Geschichtsprofessor am College.

Zunächst duellieren sich Martha und George mit blitzenden Dialogen: Von der Zuneigung, die beide einstmals zueinander geführt hat, ist längst nichts mehr übrig.

Ihr Verhältnis ist von den Ernüchterungen des Alltags verschlissen. Es klingelt, die Gäste sind da. Weiterhin bestimmt die Allgegenwart von Brandy und Bourbon das sich steigernde und zuspitzende Dialogniveau.

George entlockt Nick das Geständnis, dass der seine Frau Süsse wegen einer Scheinschwangerschaft geheiratet hat, die inzwischen in eine Kette von Übelkeitsanfällen bei Süsse übergegangen ist.

Aber auch Martha hat eine angreifbare Schwachstelle: Schliesslich nimmt George die ganze Kraft seiner Frustration zusammen und nutzt die Kenntnis der psychischen Schwächen seiner Sparringspartner für ein perfides Gesellschaftsspiel. Zuerst verspottet er Nick wegen seiner scheinschwangeren Frau. Aber damit nicht genug: Nun ist der Scherbenhaufen aufgetürmt und alle Kraft der Bosheit ist verpufft. Nick und Süsse verlassen den Kampfplatz, und Süsse erklärt, sich nunmehr wirklich ein Kind zu wünschen.

Martha und George finden gemeinsam zu einer versöhnlichen Haltung: Viel Beifall für eine gut abgestimmte, zügig ablaufende Ensembleleistung. Simone Thomallas von Drinks beflügelte Ausfälle halten ihren Mann auf Distanz, aber im seelischen Zusammenbruch angesichts der Realität gelingen ihr später auch anrührende Momente. Die deutsche Erstaufführung im Hamburger Schauspielhaus ist gerade mal ein Jahr her.

Die behutsame Dialogregie von Bettina Rehm arbeitet nun bei den Berliner Vaganten sowohl die locker-amüsanten Partien wie die konfliktgeladenen Dispute instinktsicher heraus.

Am Schluss bleibt bei aller Dramatik anstelle eines Trümmerhaufens sogar eine weise, versöhnliche Pointe. Davor gruppieren sich in verändernden Positionen mehrere Schemel. Die Szene wird aus dem Hintergrund von Leuchtflächen in wechselnder Farbe erhellt und auf beiden Seiten durch eine Papierfläche begrenzt, die mit Fotos und Notizzetteln bedeckt ist.

Vater Afzal ist das Haupt einer konservativen muslimischen Familie. Als Inhaber eines florierenden Taxiunternehmens im amerikanischen Atlanta ist er frei von materiellen Sorgen und kümmert sich nach dem Tode seiner Frau mit Hingabe um das Leben seiner beiden Töchter, die er verheiraten möchte.

Was er nicht weiss: Darin schildert sie ihn weniger als göttlich inspirierten Asketen. Vielmehr ist Mohammed bei ihr ein glühend liebender Mensch, der seiner inneren Stimme folgt - ein Sakrileg erster Ordnung und in strenggläubiger Umgebung ein todeswürdiges Verbrechen. Vater Afzal hat ein Porträt von Zarina ins Internet gestellt, und daraufhin spricht der junge Eli Björn Bonn bei der Familie vor, wo sich zunächst Vater Afzal auf ihn stürzt, um ihm auf den Zahn zu fühlen.

Eli ist Konvertit und jetzt Imam einer muslimischen Gemeinde, aber er liebt Zarina und hat weniger patriarchalische Einstellungen als ihr Vater. Aber die Zeitbombe explodiert: Afzal findet das Manuskript von Zarinas Roman in der Aktentasche von Eli und liest mit wachsender Empörung, welches Bild seine Tochter vom geheiligten Propheten zeichnet. Bei den Schauspielern ist die Darstellung der zugespitzten Konflikte in guten Händen.

Jürgen Haug ist überzeugend der erzkonservative Muslim, seine beiden Töchter folgen ihm zwar gehorsam, haben aber sehr viel weltläufigere Ansichten. Beide füllen ihre Rollen mit Temperament und der Offenherzigkeit der Jugend aus. Lebhafter Premierenbeifall für eine gelungene Aufführung, die ein komplexes Thema unterhaltsam offeriert. Die Erstvorstellung war ein Misserfolg. Zwei Monate später starb der Komponist und konnte nicht mehr miterleben, wie sich das Schicksal wendete und aus seiner Oper jener Welterfolg wurde, der das Werk bis heute auf Spitzenplätzen des internationalen Musiktheaters hält, ganz zu schweigen von den vielen Adaptionen im Film und auf der Schallplatte.

Der Einstellungswandel in den folgenden Jahren rückte die Frauenfigur der Carmen mit ihrem unbändigen Freiheitsdrang und ihrem Beharren auf dem Primat der Empfindung in den Vordergrund, und auf einmal wurde daraus ein frühes Paradigma weiblicher Emanzipation. Die Annahme, dass der Opernregisseur unserer Tage dem Publikum die notfalls gewaltsame Herstellung aktueller Zeitbezüge schulde, beruht auf einem Missverständnis und führt ins Abseits.

Was hier bewiesen wird. Das beginnt bei der Hauptfigur. Diese Carmen ist bei ihm einfach ein junges Mädchen in leuchtend roter Robe, das auf dem Recht der freien Wahl ihrer Liebhaber bis zum verderblichen Ende besteht.

Von der unterschwelligen Dämonie dieser Figur, ihrer geheimnisvollen Neigung zu okkulten Riten, ihren dunklen Ahnungen und ihrem Fatalismus bleibt kaum etwas übrig. Andere szenische Details wie die Auftritte von Kindern, die Leuchtkugeln in Händen halten, oder die mehrfachen Trippelschritt-Paraden schwarzgekleideter Mantilla-Trägerinnen mit Handtasche bleiben, abgesehen vom optischen Reiz, ohne sinnfällige Verbindung zur Handlung.

Das Bühnenbild von Erlend Birkeland ist ebenso simpel wie praktisch: Das Paradox der Aufführung besteht darin, dass sie musikalisch ziemlich nahe an die absolute Erfüllung heranreicht. Marcus Brück gibt dem Stierkämpfer Escamillo mit dem Torerolied das wuchtige Profil, wobei die Stimme in den tiefen Lagen etwas matt klingt.

Die Chöre sind mit Sorgfalt und feiner Klangabstimmung einstudiert. Und kräftige Buhrufe für den Regisseur samt Team. Mit Wasser im Überfluss geht es aber nicht viel anders.

Das widerfuhr der Deutschen Oper Berlin, als am Heiligabend des Jahres aus derzeit noch ungeklärter Ursache die Sprinkleranlage des Hauses losbrach und den gesamten Bühnenraum unter Ströme von Wasser setzte. Ein Feuer hatte es zum Glück nicht gegeben, aber was diese Wasserflut auslöste, war nicht viel besser.

Auf einen Schlag waren alle technischen Funktionen lahmgelegt, die man für eine gut funktionierende Opernaufführung benötigt. Zum Glück dauerte die Schrecksekunde nur eine kurze Frist, dann waren die Nothelfer im Einsatz und unternahmen erste Schritte zur Trockenlegung.

Einige Vorstellungen mussten abgesagt werden. Intendant Dietmar Schwarz tritt persönlich vor den Vorhang und erinnert noch einmal an den Schicksalsschlag mit dem Wasserschaden. Er kann aber auch mitteilen, dass es den gemeinsamen Anstrengungen der Helfer gelungen ist, nahezu alle dadurch verursachten Mängel wieder zu beheben, bis auf das Funktionieren der Scheinwerfer aus der Höhe des Bühnenturms.

So entrollt sich nun die Aufführung von Götz Friedrichs Inszenierung aus dem Jahre unter der auffrischenden Spielleitung von Gerlinde Pelkowski und bezaubert von Anfang an in bewährter Weise.

Im ersten Bild, dem Atelier in der Mansarde, ist von Lichtmangel nichts zu bemerken. Lediglich die am Ende durchmarschierende Wache, so meint man, wurde vor der Sintflut noch etwas besser aus der Höhe ausgeleuchtet.

Das nächste Bild am Stadtrand ist sowieso von etwas düsterer Stimmung bei Schnee und Kälte geprägt, und das vierte Bild spielt wieder in einer Mansarde, die allerdings etwas anders aussieht als zu Beginn. Aber auch hier ist kein Lichtmangel festzustellen. Die heimliche Überraschung dieser Vorstellung ist die Besetzung der Hauptpartien. Mimi ist Dinara Alieva, aus Aserbaidschan stammend, ein wunderbar klarer, hell und warm getönter Sopran, der auch die herzbewegenden Augenblicke dieser Partie überzeugend und mit dem erforderlichen Nachdruck zu vermitteln vermag.

Die Rolle ihres Partners Rodolfo singt der Armenier Liparit Avetisvan, hierorts ebenfalls ein vergleichsweise neuer Name, der aber auch schon in Sydney und London seine Meriten gesammelt hat. Den beiden zur Seite die Bohemiens Schaunard elegant und beweglich: Musettas etwas ältlichen Verehrer Alcindoro spielt mit bewährter Präsenz Peter Maus, der diese Rolle noch in der folgenden Abendvorstellung ein zweites Mal verkörpern darf. Am Ende gibts reichen Beifall für ein gut abgestimmtes und spielfreudiges Ensemble und eine Aufführung, die den Launen der Technik erfolgreich trotzt und alle Vorzüge von Puccinis Werk überzeugend zum Klingen bringt.

Fünf Akte, zahlreiche Personen, mehrere Handlungsstränge, zu allem Überfluss auch noch zwei verschiedene Textfassungen. Regisseur Titov löst das Mengenproblem geschickt und entschlossen. Er präpariert aus den mannigfaltigen Handlungsfäden der Shakespeare-Vorlage einen Strang heraus, der sich mit der Person von König Lear und mit der existentiellen Frage beschäftigt, was eigentlich des Menschen unabdingbarer Besitz sei.

Dabei bleibt die deutsche Übersetzung von Frank Günther erhalten, und deren sprachlicher Reiz trägt erheblich zur Wirkung der Inszenierung bei. Vor den kahlen, grau getönten Wänden der Guckkastenbühne von Katharina Grof umstehen eingangs die drei Töchter des Königs, spannungsreich im Dreieck postiert, eine Anzahl schwarzer Plastiksäcke, die den Besitz des Königs symbolisieren.

Die Regie unterstreicht die Endzeitstimmung durch lange Gänge und ausgedehnte Pausen. Henning Flüsloh teilt seine Einsamkeit und bläst ihm in immer neuer Serie sarkastische Lebensweisheiten ein, die aber hinsichtlich ihrer Relevanz ebenso hinfällig sind wie alle Besitzgegenstände und alle einst wirksamen Befugnisse des Königs.

Dann agiert im Hintergrund noch Edmund entsagungsvolle stumme Rolle, die Maximilian Gehrlinger aber konzentriert und mit guter Bühnenpräsenz absolviert. Der nutzt die Faszination, die er auf die beiden Erbtöchter ausübt, für allerlei pittoreske Spielchen.

Zur Bestätigung dieser heillosen Diagnose türmt Edmund am Ende die entseelten Leiber des Königs und seiner Töchter samt den vererbten Besitztümern wie einen Scheiterhaufen in der Bühnenmitte zusammen. Viel Beifall vom Premierenpublikum für eine sehr konsequente, durchaus überzeugende Variante des uralten, von ernüchternden Wahrheiten erfüllten König Lear-Mythos. Schendel führte auch Regie. Die verbindende Musik, die sich geradezu ideal in den Ablauf des Stückes einfügt, stammt von Jacques Offenbach.

Volpone Mario Ramos ist ein venezianischer Kaufmann, der es sich in den Kopf gesetzt hat, seine im Kaufmannsleben erworbenen Schätze zu verwenden, um die unverhohlene Habgier einiger seiner Mitbürger zu entlarven. Das Stück hebt an, indem der Thespiskarren einer Schauspielertruppe auf die Bühne rollt und der spätere Mosca die Akteure vorstellt. Es klopft an der Tür, und schon nimmt der Tanz der Habgierigen seinen Anfang.

Volpone liegt scheinbar sterbenskrank zu Bett, und Mosca verbreitet die Legende, jeder der Besucher könne gegen eine angemessene Gabe im fälligen Testament zum Alleinerben Volpones bestimmt werden. Moscas Raffinesse erreicht es, dass jeder Bewerber in dem Glauben ist, der einzige zu sein, dem diese Chance geboten wird, und demzufolge ein angemessenes Investment für den Schlüssel zu dieser Erbschaft zu halten.

Corbaccios Sohn Capitano Leone Jonathan Kutzner erfährt von seiner Enterbung, und Mosca schleust ihn bei Volpone ein, damit er sich heimlich von dem dortigen Geschehen überzeugen kann.

Corvino bringt seine Frau Colomba zu Volpone, und sie legt ihre Hand auf seine Stirn, was seine sofortige Gesundung zur Folge hat und alle Lebensgeister weckt. Der lauschende Leone wittert Verschwörung und versuchte Vergewaltigung. Nach einigem Hin und Her ziehen alle vor den Richter Tafano Georg Tryphon , der anhand der Zeugenaussagen feststellt, dass niemand Colomba zu nahe getreten ist. Volpone will all den Erbschleichern einen Streich spielen und setzt Mosca als Alleinerben in das Testament, das dem Richter übergeben wird.

Als sich die Täuschung offenbart, zweifeln zunächst alle die Gültigkeit des Testaments an, bis Mosca verspricht, alle Geprellten zu entschädigen, wenn sie die Gültigkeit des Testaments anerkennen. Mosca seinerseits stellt keine Ansprüche, sondern verschenkt das geerbte Kapital an die Armen. Thomas Schendels Inszenierung läuft flott und ist ausgesprochen unterhaltsam.

Viel Beifall vom begeisterten Premierenpublikum. Man muss kein Prophet sein, um dieser Aufführung eine lange Laufzeit vorherzusagen. Die von ihm formulierte Unschärferelation dient lediglich sinnbildlich als Ausdruck für das Verhältnis zweier Menschen und den Zufall, der beide zusammenführt.

Simon Stephens Schauspiel wurde in New York uraufgeführt. Regie bei der Berliner Präsentation hat Antoine Uitdehaag. Die Bühne von Momme Röhrbein wird von halbhohen übereinander getürmten weissen Blöcken beherrscht, die jeweils zum Szenenwechsel gegeneinander verdreht werden und so stets eine neue Position zueinander einnehmen.

Auf den Bühnenhorizont werden als Intervallsignal gleichzeitig Videosequenzen von laufenden Menschengruppen projiziert. In einem Londoner Bahnhof küsst sie ihn auf den Nacken mit dem Argument, sie habe ihn mit ihrem verstorbenen Mann verwechselt. Lauter kleine Schwindeleien wie diese eine führen die beiden näher zusammen. Sie ist weder Killerin noch Kellnerin, sondern Sekretärin in einer Londoner Schule, und er ist Metzger, aber durchaus wohlhabend. Nun umkreisen die beiden einander bei wechselnden Anlässen und gewinnen so schrittweise Kontur, indem sie wie in einem Puzzle immer weitere erklärende Details über ihr Leben offenbaren.

Georgie tut dies mit etwas mehr Temperament und verwandelt sich äusserlich durch wechselnde Frisuren und Kostüme, Alex wahrt die Form und leistet sich später lediglich mal eine Jeansjacke. Sex steht dabei keineswegs im Vordergrund, auch wenn er natürlich nicht zu kurz kommt.

Schliesslich stellt sich heraus, dass Georgie doch nicht ganz ohne Plan vorgeht. Sie hat einen Sohn, der nach Amerika ausgewandert ist und dort geheiratet hat. Sie bekam von ihm einen Abschiedsbrief aus New Jersey. Beide unternehmen diese Reise, finden den Gesuchten aber nicht. Stattdessen bleibt die Frage nach ihrer Beziehung offen. Mehr als die bisherige unverbindliche Annäherung kommt dabei aber nicht heraus.

Das Stück endet, wie es begann: Beide lassen in bewunderungswürdiger Einigkeit die spezielle Atmosphäre dieser Beziehung entstehen, die aus Zufällen geboren ist und nie in festgeschriebene Verpflichtungen mündet. Viel Beifall vom aufmerksam lauschenden Publikum für das Schauspielerduo und die suggestive Inszenierung. Lieferant der Fabel ist der amerikanische Schauspieler und Dramatiker Charles Ludlam, der von bis vor allem in New York lebte.

Die deutsche Übersetzung stammt von Frank Günther. Das Bühnenbild besteht einfach aus einem quadratischen Drahtkäfig, dessen Boden mit einer Auswahl drolliger Kuscheltiere bedeckt ist. In die Rückwand eingehakt sind verschiedene Regalelemente, die gleichfalls mit ein paar Kuscheltieren bestückt sind.

Ach ja, und in einem Fall mit einem Jugendbildnis der titelgebenden Irma Vep. Aus der ersten Begegnung von Jane und Nicodemus entwickelt sich nun eine flott voranschreitende Story, die ziemlich genau dem schmalen Grat zwischen Satire und Klamotte folgt. Die etwas unheimliche Atmosphäre auf Gut Mandacrest verbreitet sich mit Augenzwinkern über die Szene, und die ersten Verwandlungen der beiden Schauspieler belegen schon ihr souveränes Können in der Typisierung der jeweiligen Figuren.

Als verschiedene Alternativen auf dem Gut durchgespielt sind und sowohl Anika Lehmann als Lord Edgar wie Thomas Bartholomäus mit Perücke als Lady Enid ihre Wandlungsfähigkeit demonstriert haben, bricht der ägyptologische Lord zu einer Expedition ins Land der Pharaonen auf, was der Handlung einen originellen Schub verleiht. Daran knüpft sich wieder eine ganze Serie von skurrilen Situationen und überraschenden Wendungen.

Das verträumte Ende der Gruselkomödie soll hier nicht verraten werden. Seither fand Meyerbeers ausufernde Story vor dem Hintergrund der Münsteraner Wiedertäuferbewegung den Weg in die europäischen Opernhäuser des Jahrhunderts, ehe das Werk angesichts des zur Aufführung erforderlichen opulenten Aufwands dann auch wieder daraus verschwand, begleitet von Wagners späterer antisemitisch begründeter Meyerbeer-Gegnerschaft.

Regisseur Olivier Py verzichtet darauf, der Ungeduld des zeitgenössischen Zuschauers durch modische Kürzungen der Originalvorlage entgegenzukommen. Religiöser Fundamentalismus, ein bedrängendes Thema unserer Tage, bildet den Hintergrund der Handlung, die ansonsten eine Liebesgeschichte erzählt und überdies die These illustriert, dass Macht korrumpiert.

Die Drei rufen das Volk zur Revolte auf. Die drei Wiedertäufer wollen Jean zum Anführer ihrer Bewegung machen, was dieser zunächst ablehnt. Ein erster Angriff der Wiedertäufer auf Münster wird abgeschlagen.

Der neue Prophet kann das zögernde Heer mit flammender Rede für einen neuen Sturm begeistern. Schliesslich nähern sich feindliche Truppen der Stadt, um die Herrschaft der Wiedertäufer zu beenden. Meyerbeers Musik fesselt seltsamerweise nicht durchgehend.

Manche Wendung, die sich am italienischen Stil orientiert, wirkt allzu gewollt und konstruiert. Immerhin sind einige Motive wohlbekannte Angelpunkte der Partitur: Zu den Solisten und den von Jeremy Bines vorzüglich instruierten Chören kommen Tänzerinnen und Tänzer, die umfangreiche Statisterie und eine bald verborgene, bald sichtbar platzierte Bühnenmusik. Dirigent Enrique Mazzola leitet sein hellwach agierendes Orchester sensibel und mit klarer Zeichengebung.

Unter seiner Leitung verbindet sich der perfekt austarierte Orchesterklang mit den exakten Einsätzen der Chöre und den pantomimischen Beiträgen der Tänzer zu einem durchweg beeindruckenden Bild- und Klangerlebnis. Ihr ebenbürtig und besonders in den Duettpassagen buchstäblich hinreissend ist Elena Tsallagova, die ihre Leistung im Laufe des Abends sogar noch steigern kann. Sein Tenor wirkt streckenweise sehr angestrengt.

Die Örtlichkeit hat den etwas abgerissenen Charakter der Beiläufigkeit, als solle vermittelt werden, dass es bei wirklich guter Musik nicht auf die polierte Oberfläche ankommt, sondern einfach auf exorbitante, exzellente Qualität. Darin eine Reihe recht dicht hintereinander platzierter Stuhlreihen, vorn die Bühne mit mehreren Konzertflügeln, die zu den im Piano-Salon restaurierten Exemplaren gehören. Ein Klavierstimmer geht mit Akribie seiner Profession nach, die ihn bis unmittelbar vor Konzertbeginn beschäftigt.

Kurze Verbeugung, dann elektrisiert der erste Tango die Zuhörer. Heute sind vor allem drei Ausprägungen zu unterscheiden: Zwei Strömungen bestehen nebeneinander: Die Zuhörer werden mit kundiger Künstlerhand durch ein Wechselbad der Gefühle geführt: Die Dialoge von Violine und Bandoneon, die klangsatte Kommentierung durch das Cello und nicht zuletzt der brillante Pianopart zeichnen ein überaus farbkräftiges Bild des gesamten Genres.

Kein Wunder, dass die Zuhörer dieses animierende Quartett nicht einfach unter brausendem Beifall ziehen lassen wollen, nachdem der Hausherr Christoph Schreiber jedem der Solisten zum Dank ein Blumengebinde überreicht hat. Dezember des Vorjahres erstmals zu sehen gewesen war. Wer sich fragt, ob dieser Kniff denn einen ganzen Theaterabend trägt, kann sich hier vom amüsanten Funktionieren der Methode überzeugen.

Daniel erwartet, dass seine Frau dies als eklatante Taktlosigkeit ablehnen wird, da sie mit Patricks bisheriger Frau Laurence eng befreundet war. Sofort setzen die zur Seite gesprochenen Kommentare ein, die das jeweils eben Gesagte konterkarieren und als scheinheilige Taktik entlarven. Zur Überraschung von Daniel schlägt Isabelle aber selbst vor, das neue Paar gleich am nächsten Samstag einzuladen, und sie hat damit den Gang der Handlung wieder im Griff. Es kommt, wie es kommen muss: Patrick stellt die neue Flamme vor, und Daniel empfängt von der jungen Blondine sofort erotische Impulse.

Stattdessen entwickelt Daniel schrittweise eine Abneigung gegen seinen langjährigen Freund Patrick und seine Emma. Am Ende kann Isabelle augenzwinkernd verkünden, dass sie als Siegerin aus dem ganzen Geplänkel hervorgegangen ist.

Die Inszenierung von Ulrich Waller läuft flott und ohne Brüche. Das geschickt konstruierte Zweizimmer-Bühnenbild von Raimund Bauer ist dabei eine gute Unterstützung. Cristin König entwickelt mehr den intellektuellen Charme einer Lehrerin. Stephan Schad bringt die überwältigende Lust an Emma sehr überzeugend zum Ausdruck, und Sinja Dieks ist in Bestform dieses Paradebeispiel von verführerischer Jugendlichkeit mit Kaninchenjacke und einem Kleid aus durchbrochenem Stoff, der viel Durchblick erlaubt.

Gutgelaunter, reichlicher Beifall für das gesamte Ensemble. Programmatische Klammer für diesen Abend, so ist dabei zu erfahren, soll die Zweierbeziehung sein: Zwei Celli, zwei Flöten und zwei Sopranstimmen liefern dafür den Beleg. Buch, setzt mit einem Andante ein, dem ein sehr harmonisch gestaltetes Adagio folgt.

Die beiden Cellistinnen Yejin Ahn und Norika Yamaguchi haben auf diese Weise ausführliche Gelegenheit, sich in schön abgestimmtem Duett auf das abschliessende Allegro prestissimo vorzubereiten, das sie sehr virtuos und mit fein intoniertem rhythmischen Drive exekutieren.

Zwei Soprane sind als nächste an der Reihe. Stelina Apostolopoulou trägt zuerst zwei Lieder der geborenen finnischen Komponistin Kaija Saariaho aus dem Jahre vor, für die der verstorbene finnische Dichter Eino Leino den Text geliefert hat.

Die Sängerin setzt ihren sensibel geführten, hellen Sopran mit schönem Klangsinn ein und gibt den Stimmungsbildern sinnliche Farbe. Es ist ein sehr reizvolles Duett, in dem die beiden Soprane wechselseitig glänzen können und sich hervorragend und rhythmisch präzise ergänzen. Viel Applaus und Rosen zum Dank. Ein Instrumentalduo der besonderen Art ist die Sonate für zwei Violoncelli vom Komponisten Boris Blacher, der von bis lebte und unter anderem auch an der Spitze der Berliner Hochschule für Musik gestanden hat.

Wieder sind die beiden Cellistinnen Norika Yamaguchi und Yejin Ahn auf der Bühne, und sie führen mit ihren Instrumenten einen überaus farbigen, nicht nur auf Konsens gestimmten Dialog, der sie durch recht verschiedene Harmoniefelder führt - mit Bogenstrich und Pizzikato.

Beide absolvieren die anspruchsvollen Passagen kunstfertig und mit Hingabe. Die zart intonierten Takte des Schlusssatzes entfalten einen besonderen Zauber bei intensiver Klangfarbe. Zwei schon sehr erfolgreiche Pianisten der jüngeren Generation übernehmen den nächsten Programmbeitrag: Eine erzählende Ouvertüre als Einstieg, von beiden in gut gewähltem stilistischen Einklang vorgetragen.

Das Ganze hat Liedcharakter, wie so oft bei Schubert. Dann ein Mittelteil mit härter gefügten Akkordfolgen, beide in glänzendem Einklang, dem sich ein zart verzierter Erzählteil anschliesst, eine Bewährungsstrecke für das Feingefühl der beiden Pianisten. Das Klavier eröffnet mit ein paar entschiedenen Schritten. Dann intonieren die beiden Flöten unisono ein erstes Thema, in reizvoller klanglicher Ergänzung, die insbesondere in virtuosen Glissandi eine überraschende Klangfülle entfaltet.

Nacheinander werden auch andere Themen aus der Verdi- Oper zitiert, mit jeweils hohem Wiedererkennungs-Bonus. Die beiden Solistinnen erreichen dabei einen besonders eindrucksvollen Gipfel instrumentaler Zweisamkeit, vom Piano respektvoll flankiert.

Nach dem schwungvollen Ausklang lebhafter Applaus für alle drei Instrumentalistinnen und natürlich die obligaten Dankesrosen. Höhepunkt und Abschluss des Abends: Grundstimmung optimistisch mit einem eingewebten melancholischen Faden.

Eran Sulkin am Klavier trifft diesen Zwischenton sehr genau und gibt dem Cello den passenden Hintergrund. Im sanfteren Mittelteil zeigt sich, dass die Melodieführung sich für die Ausdrucksskala des Cellos sehr gut eignet und kräftige Farbakzente ermöglicht. Darauf wieder ben moderato: Das Eingangsthema ist wieder da, jetzt in der fiebrigen Intensität des Cellos. Anmutig plaudernd dann der Einstieg ins Finale, das beide Solisten noch einmal zu grandioser Form führen.

Kräftiger und dankbarer Applaus nebst den Dankeschön-Rosen zum Abschluss eines Konzerts mit eigenem Charme und überzeugenden Leistungsbeweisen junger Solisten. Er wollte einfach nur ein liberaler Weltbürger sein und polarisierte gleichwohl auch auf der politischen Ebene wie wenige vor ihm. Das Bühnenbild von Jan A. Schroeder suggeriert auf engstem Raum wechselnde Spielorte, deren genaue Bezeichnung mit Jahresangabe auf ein Tableau projiziert wird.

So lassen sich wichtige Ereignisse und Phasen aus Charlie Chaplins beispiellosem Weg zum Welterfolg einleuchtend aneinanderreihen. Anfangs war er ein Niemand. Schliesslich bringt er es zu eigenen Filmstudios in Los Angeles. Bei der Verleihung des Ehren-Oscars spendet ihm das Publikum zwölfminütigen Applaus - ein beispielloses Ereignis in der Geschichte dieser Trophäe. Chaplin starb mit 88 Jahren Es ist gewiss nicht ganz einfach, aus der Fülle der Ereignisse im Leben dieses Kult-Künstlers diejenigen Momente herauszupicken, die eine plausible Kontinuität vermitteln und auch etwas vom Charakter des Menschen Charlie Chaplin vermitteln.

Während die Handlung anfangs etwas spröde einsetzt, entwickelt sie sich im weiteren Verlauf zunehmend flüssig und endet mit einem szenischen Geniestreich, der alle Elemente noch einmal zusammenfasst.

Er schafft das vor allem dadurch, dass er sich nicht auf die Momente der Charlie-Imitation allein verlässt, sondern eben auch den Menschen Charles Spencer Chaplin vor den Augen der Zuschauer aufleben lässt.

Eine herausgehobene Stellung im Leben des Vielbewunderten hatten die Frauen. Judith Wegner verkörpert unter anderem Paulette Goddard, die Chaplin heimlich geheiratet hatte. Edgar Hoover, der in Chaplin einen verkappten Kommunistenfreund und getarnten Juden meint bekämpfen zu müssen. Was da jetzt auf der eigentlich kleinen Bühne des Renaissance-Theaters zu sehen ist, steigert sich zu einem äusserst amüsanten Abend. Zur Abwechslung ist hier einmal an erster Stelle das Bühnenbild zu rühmen, das von einer ganzen Schar technischer Helfer im Hintergrund zum Funktionieren gebracht wird.

Angeblich aus Elementen des Fundus von zusammengesetzt, bietet es Spielorte in zwei Stockwerken und kann sogar mit einem veritablen Fahrstuhl aufwarten, der unter Donner und Qualm seinen Dienst versieht. Da gibt es einen Kaminaufsatz, der einfach nicht an seinem Platz haften will und später durch helfende Hände ersetzt wird, und es gibt Wandbilder, die unvermittelt herunterfallen, später aber nach längerem Festhalten wieder in der alten Position an der Wand haften.

Im Laufe des Abend stürzen Teile des Bühnenbildes in wohlkalkulierten Phasen herunter, und was für Augenblicke katastrophal wirkt, erweist sich als wohldisponierter Effekt. Wenn sich der Vorhang öffnet, liegt Charles Haversham Regisseur Guntbert Warns scheinbar leblos auf einem samtroten Sofa, und vom weiteren Gang der Handlung soll hier garnichts verraten werden. Den ganzen Abend über ist des Vergnügens kein Ende, weil auch die allesamt fabelhaften Akteure buchstäblich über sich hinauswachsen.

Ganz zu Recht tritt aber am Schluss zuerst die Riege der Bühnentechniker an die Rampe, der es zu danken ist, dass die optischen und akustischen Überraschungen Knall und Fall aufeinanderfolgen und jede neue Panne ein genau eingesetzter Gag ist. Das begeisterte Publikum feiert das gesamte Ensemble mit rhythmischem Applaus. Die Atmosphäre der drei Szenarien ist von Traumsequenzen, von Todesnähe und von rätselhaften Erscheinungen geprägt.

Mehr als die vordergründige Handlung zählen häufig Empfindungen und Ahnungen. Eine Familie sitzt zusammen bei Tisch. Die Mutter hat kürzlich ein Kind bekommen, aber es war eine schwere Geburt, und das Neugeborene hat bisher noch kein Lebenszeichen erkennen lassen. Stattdessen ist die Mutter noch immer bettlägerig und dem Tode nahe.

Der Alte und der Fremde beobachten durch das Fenster eine Familie. Der Fremde hat im Fluss die Leiche einer der Töchter gefunden, die sich vermutlich das Leben genommen hat. Die beiden Männer zögern, der Familie die Todesnachricht zu überbringen. Marie, eine Enkelin des Alten, kommt hinzu und berichtet, dass die Dorfbewohner sich bereits mit der Toten dem Haus nähern.

Schliesslich überbringt der Alte die Todesnachricht, und die anderen beobachten ihn dabei durch das Fenster. Keiner hat die Königin bisher gesehen, die vermutlich auch dem jungen Tintagiles nach dem Leben trachtet. Einmal gelingt die Abwehr dieses Zugriffs, aber beim zweiten Mal sind sie erfolgreich, und der Knabe kommt zu Tode.

Aribert Reimanns Musik umgibt diese Szenen vom Wirken unsichtbarer Einflüsse mit illustrativem Klang, dessen dramatische Akzente Chefdirigent Donald Runnicles seinem Orchester durch klare, intensive Zeichengabe weitergibt. Mal sind es die markant eingesetzten Streichergruppen, die der Handlung begleitende Impulse geben, mal treten in der dritten Episode massiv gesetzte Blechbläser hinzu.

Insgesamt unterstreicht die Instrumentierung den geheimnisvollen, von unheimlichen Effekten gekennzeichneten Charakter der Bühnenhandlung. Die Inszenierung von Vasily Barkhatov ist konzeptionell intelligent und technisch absolut überzeugend. Besonders das Nebeneinander von realen Personen und projizierten Schattengestalten, die das Handlungsbild erweitern, erscheint als wirkungsvoll und angemessen.

Diese Oper kommt einmal ohne Chor aus, aber desto bedeutungsvoller ist die Rolle der Gesangssolisten. Dem Regisseur Michael Thalheimer steht der Sinn nicht nach einem trockenen Lehrstück mit solchen dezent dialektischen Nutzanwendungen. Was aber nicht heissen soll, dass der Abend nicht doch eine ganze Reihe bemerkenswerter schauspielerischer Leistungen zu bieten hätte. Klar umrissen und in seiner Haltung stets verständlich: Ihrem Verlobten sagt sie, das sei nicht ihr Kind, aber als der Verlust des Kindes droht, erklärt sie es zu ihrem eigenen, weil sie es aufgezogen und versorgt habe.

Dabei ist der kleine Michel eigentlich der Sohn des bei Unruhen umgekommenen grusinischen Gouverneurs und seiner Frau Natella Abaschwili Sina Martens , die sich aber als verwöhnte Oberklassen-Vertreterin lediglich für schöne Kleider und ihre häufige Migräne interessiert.

Beide Frauen finden sich vor dem Richterstuhl des Intuitiv-Richters Azdak Tilo Nest wieder, der eher per Zufall zu diesem Amt gekommen ist und nach ausführlicher Selbstdarstellung nun entscheiden soll, welcher von beiden das Kind zugesprochen wird.

Sein Urteilsspruch ist höchst unkonventionell: