Arktischer Raum

 


All dies hat Wirkungen auf unsere Siedlungen.

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Die daraus resultierende Arbeitslosigkeit und Finanznot lässt den Willen der Kernstädte zu einer interkommunalen Kooperation sinken. Hinzu kommen grundsätzliche Einschränkungen durch das derzeit existierende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Durch funktionale Entmischungsprozesse sinkt die Wahrscheinlichkeit, ein Beschäftigungsverhältnis in Nähe des Wohnortes zu finden. Der Zwang zum Pendeln wächst. Aufgrund des entfernungsintensiven und mobilen Lebensstils sinken Ort- und Wohnortbindung.

Die Siedlungsentwicklung aller Stadtregionen der westlichen Welt zeigt eine kontinuierliche Verlagerung von städtischen Funktionen aus der Kernstadt in die Vororte und das weitere Umland.

In den städtischen Randzonen entstehen Einkaufszentren, Büroquartiere sowie Industrie- und Gewerbeparks. Arbeit, Versorgung, Bildung und Erholung finden nicht mehr vorrangig in den Kernstadtbereichen statt, sondern zunehmend in den peripheren Funktionseinheiten, welche als strukturstarke Standorte in Konkurrenz zu den etablierten und traditionellen Standorten treten. Dies bedingte jedoch weite Pendelfahrten zu Arbeitsplätzen und Versorgungseinrichtungen, die sich nach wie vor im Zentrum der Stadt befanden.

In der zweiten Phase circa — wurden Einkaufszentren in den Vororten errichtet, die durch ihre Standortwahl die Nähe zu den Haushalten in den Vororten suchten. Jeden Tag pendeln Edge Cities entstehen in den meisten Fällen um Autobahnkreuze herum und weisen aufgrund der Bürohochhäuser eine für den US-amerikanischen suburbanen Raum vergleichsweise hohe Dichte auf. Tysons Corner ist wie viele Edge Cities von privaten Investoren geplant und gebaut worden. Folgt man der Definition von Garreau muss dies verneint werden, jedoch weisen einige Standorte Edge City-ähnliche Eigenschaften auf.

Das Gebiet ist monostrukturell durch Bürobauten und Hotels geprägt. In Folge dieser Monostruktur leidet das Gebiet unter Strukturproblemen, abends und am Wochenende ist das Gebiet nahezu ausgestorben.

Mit einer Bevölkerungszahl von Hinzu kommt, dass das deutsche Planungsrecht die privatwirtschaftliche Entwicklung von Edge City-ähnlichen Standorten ohne Berücksichtigung regionalplanerischer Zielsetzungen wie bspw. Man könne argumentieren, dass Edge Cities typische Elemente der nordamerikanischen Stadtlandschaft sind und sich aus den besonderen wirtschaftlichen, sozialen kulturellen, politischen und räumlichen Bedingungen ergeben, die in dieser Form in europäischen Metropolregionen nicht zu finden sind.

Der Begriff sollte daher nur in einem nordamerikanischen Kontext verwendet werden. Je nach Standpunkt ist die eine oder andere Sichtweise vertretbar.

Auch heute schreitet die Zersiedelung weiter voran, wenn auch die Geschwindigkeit abgenommen hat. In einigen wenigen Metropolräumen ist diese Entwicklung mittlerweile zu einem Halt gekommen oder hat sich gar umgekehrt. Man wohnte unter seinesgleichen und fuhr zum Arbeiten mit dem Pkw in die Kernstadt.

Heute arbeitet die Mehrheit der Bewohner der Suburbs in der Metropolregion, aber nicht mehr in der ehemals dominierenden Kernstadt. Suburbia funktioniert heutzutage weitestgehend unabhängig. Im Zusammenspiel mit einer Entlastung stark ausgelasteter Infrastrukturen und Räume kann eine Verlagerung von Funktionen in das Umland unter Umständen positive Effekte erzeugen.

Im Verkehrsbereich stehen sich zwei konträre Haltungen gegenüber. Zum einen wird darauf verwiesen, dass eine abnehmende bauliche Dichte die Verkehrsaufwendungen wachsen lasse. Die Verkehrsbeziehungen entwickeln sich zunehmend disperser. Die Wirtschaftlichkeit eines liniengebundenen öffentlichen Personennahverkehrsangebots sinkt zunehmend, da es mit abnehmender Dichte schwieriger wird, die Verkehrsnachfrage zu bündeln. Eine Erhöhung der Dichte und Kompaktheit eines Siedlungsraumes muss jedoch nicht zwingend eine stärkere Nutzung umweltschonender Verkehrsmittel zur Folge haben.

Einkommens- und Bildungsniveau sowie die Pkw-Verfügbarkeit können einen stärkeren Einfluss auf das Mobilitätsverhalten nehmen als die Siedlungsstruktur. Die Konzentration von Arbeitsplätzen in einem Zentrum hoher Dichte, welches radial mit dem Umland verbunden sei, wäre einer starken Verkehrsbelastung ausgesetzt.

Durch eine Verteilung von Arbeitsplätzen in Raum könne einem verkehrlichen Kollaps vorgebeugt werden. Vielmehr hätten sich die Fahrweiten weiter erhöht, ein ausgewogeneres Verhältnis von Wohnen und Arbeiten in suburbanen Räumen sei nicht erreicht worden. Die hohen zeitlichen Mobilitätsaufwendungen gehen vor allem zulasten des Freizeitbudgets und der sozialen Kontakte. After all, well functioning sprawl is full of people. The only difference between sprawl und conventional downtowns is that sprawl is built around the automobile, not around walking and public transportation.

Der teure Ausbau des schienengebundenen Verkehrs und Eingriffe in den Boden- und Wohnungsmarkt hätten keine Veränderungen gebracht, sondern vielmehr neue Probleme mit Abwanderung, Armut und hohen Wohnkosten erzeugt. Es ist daher davon auszugehen, dass die Bedeutung der suburbanen Räume in Zukunft weiter zunehmen wird, wenn gleich verdichtete städtische Räume ebenfalls von einer Bevölkerungszunahme profitieren.

Die Zahl der über Jährigen in den Vororten soll zwischen und um 38 Prozent wachsen, dies entspricht einer Zunahme um 18 Millionen Senioren. Bereits heute befindet sich die Mehrheit der Haushalte mit mindestens einer Person über 65 Jahren in den Vororten.

Die demografische Entwicklung in den US-Vororten geht einher mit einer ebenfalls alternden Bausubstanz. Die wenigsten Häuser sind barrierefrei ausgebaut, Investitionen nur schwer finanzierbar, die meisten Häuser finden keine jüngeren Käufer, da diese den Lebensstil in der klassischen US-Suburb weniger stark schätzen. Die einzelnen Gemeindetypen unterscheiden sich insbesondere durch eine unterschiedliche Steuer- Einnahmen- und Ausgabensituation, welche neben der baulichen Beschaffenheit des Gebiets durch soziale und demografische Faktoren beeinflusst wird.

Gleichwohl weisen diese nur geringe finanzielle Belastungen auf und haben vorrangig Probleme durch das starke Verkehrsaufkommen Stau und fehlende Grünflächen. Die Bewohner sind zu weiten Wegen bzw.

Die Vororte entwickeln sich zu sozialen Brennpunkten mit wachsenden Kriminalitätsraten. Zugleich werden an den Rändern des suburbanen Siedlungsbereichs neue Wohnsiedlungen nach neusten Wohnstandards entwickelt, Investitionen in den inneren Vorort-Ring werden noch unwahrscheinlicher. Die Ursachen für diese Probleme sind vielfältig. Sie reichen von einer fehlenden regionalpolitischen Steuerung und Prioritätensetzung über einen interkommunalen Wettbewerb zwischen einzelnen Gemeinden hin zu einer ungleichen Aufteilung des Steueraufkommens innerhalb einer Region.

Sie plädieren für eine Urbanisierung des suburbanen Raums. Im Bewusstsein, dass der Städtebau an sich und die klassische nordamerikanische Vorstadt im Speziellen zunehmend in eine Schieflage geraten, wurde nach neuen planerischen Grundsätzen gesucht. Irrtümlich wird oftmals angenommen, dass sich der New Urbanism nur auf Neustädte in neotraditionalistischer Bauweise beschränkt.

Weitere wichtige Bestandteile sind jedoch auch die Aufwertung bzw. Unterschiede zwischen Urban Sprawl und New Urbanism: Dies soll zum einen den spezifischen Charakter der einzelnen Stadträume bewahren und zum anderen zu kompakteren Stadtregionen führen. Bislang konnten sich die Planungsprinzipien der New Urbanism-Bewegung jedoch auf der regionalplanerischen Ebene nicht durchsetzen.

Wirkung entfaltet haben sie bislang bei der Umgestaltung bzw. Verschiedene Stadtviertel sind nun wieder direkt miteinander verbunden, die Trennwirkung des Freeways aufgehoben. Insbesondere die Planstadt Celebration steht oftmals — als fälschlicherweise vermeintlicher Vertreter des New Urbanism — im Fokus der Kritiker. Statt eines Bürgermeisters steht ein bezahlter Stadtmanager an der Verwaltungsspitze.

Im Gegensatz zu Immobilienprojekten wie beispielsweise Celebration würden New Urbanism-Projekte auch die regionale Planung mit einbeziehen und eine soziale Durchmischung anstreben.

Die ersten Häuser waren bezugsfertig. Hierbei zeigt sich eine generelle Schwäche von isolierter Planung bzw. An dieser Stelle ist daher die Regionalplanung bzw. In Folge bemängeln viele Bewohner das hohe Stauaufkommen. Orenco Station kann diese Hypothese jedoch aufgrund des hohen Anteil von gut verdienenden IBM-Mitarbeitern an der Bevölkerung nicht zweifelsfrei bestätigen.

Im Allgemeinen zeigt sich, dass die Nutzungstrennung auch in Siedlungen, welche im klassischen New Urbanism-Sinne entstanden sind, fortgeführt wird. McKenzie Towne in Calgary, Kanada. Durch diese Planung wird weniger eine Siedlungsstruktur geschaffen, welche die Probleme einer nordamerikanischen Vorstadt zu lösen vermag, sondern vielmehr eine Pkw-Abhängigkeit, ein hoher Energiebedarf und diverse Abhängigkeiten und Zwänge für nicht selbstständig mobile Menschen unter dem Deckmantel einer gekünstelten Atmosphäre zementiert.

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A city can only be reconstructed in the forms of streets, squares, and quarters. These quarters must integrate all functions of urban life, in areas not to exceed 35 ha and 15, inhabitants. The streets and squares must present a familiar pattern. Their dimensions and proportions must be those of the best and most beautiful preindustrial cities.

Simplicity must be the goal of urban topography, however complex. The city must be articulated into public and domestic spaces, monuments and urban fabric, squares and streets, classical architecture and vernacular building, And in that hierarchy. Ihren Fokus legt die Charta auf die existierende historische europäische Stadt, ihre Erneuerung und Rekonstruktion.

Die Zersiedelungsproblematik steht weniger stark im Fokus. Als Probleme des europäischen Städtebaus wurden identifiziert:. Oftmals sind es jedoch Projekte, welche vorrangig der Idee des Neotraditionalismus folgen. Um ein einheitliches Erscheinungsbild zu bewahren, kann in Jakriborg nur zur Miete gewohnt und kein Wohneigentum erworben werden.

Sozialwohnungen und Privathäuser werden in einem kleinstädtischen Gefüge gemischt. Eine Studie aus dem Jahr zeigte jedoch, dass die Pkw-Nutzung im Vergleich zu umliegenden Siedlungen höher war und das Ziel einer intensiven Nutzung des Umweltverbundes verfehlt wurde. Gleichwohl werfen beide Stadtbauprojekte Fragen auf. Le Plessis-Robinson ist eine französische Gemeinde mit etwa In mehreren Wellen wurde die Bebauung verdichtet und erhöht.

Die Stadt selber war in einem schlechten Zustand. Es wurde jedoch schnell absehbar, dass tiefgreifendere Eingriffe in den Bestand notwendig seien.

Der geplante Abriss der in den ern und ern errichteten Gartenstädte war aus Denkmalschutzgründen und Widerständen seitens moderner Architekten nicht durchsetzbar. Die Gartenstadt aus den er Jahren wurde das teuerste Sanierungsprojekt Frankreichs, die Gartenstadt aus den er Jahren durch eine moderne Architektur ersetzt.

Prägend ist hier ein künstlicher Wasserlauf, der als dekoratives Element eingefügt wird Bilder von Plessis-Robinson: Fotospiegel 1 , Fotospiegel 2.

Der neo-traditionelle Baustil in Plessis-Robinson mag seine Anhänger haben. Insbesondere neue Elemente wie beispielsweise Wasserläufe, die historisch nicht vorhanden waren und als reines Gestaltungselement eingesetzt werden, rufen Kritik hervor.

Statt sich auf die Historie und Identität eines Ortes zu besinnen, würden verschiedene historisch anmutende Bauten und Elemente wild miteinander kombiniert und sollen in Summe Orte mit Bezug zur Geschichte darstellen. Im Jahr lebten knapp Disney hat seit über fünf Milliarden Euro investiert, der französische Staat weitere Millionen Euro beigesteuert.

Der Architekturstil lehnt sich an den neo-traditionellen Baustil von Baron Haussmann an. Oftmals werden die vielschichtigen Ideen und Ebenen des New Urbansim auf einen neo-traditionellen Architekturstil reduziert. Wenn sich diese Trennung zwischen theoretischer Hinrichtung im Feuilleton und praktischer Umsetzung im Immobilienteil derselben Zeitung fortsetzt, steht zu erwarten, dass sich der New Urbanism schnell durchsetzt.

Man sollte also möglichst bald eine Haltung gegenüber dem Konzept des New Urbanism entwickeln und über dessen Übertragbarkeit nach Europa reden.

Dies hat ihre Ursache vor allem in der fehlenden Planungskultur und der fehlenden traditionellen Stadtgeschichte. Vor diesem Hintergrund ist auch verständlich, wieso in der europäischen Planungsdiskussion auf die fehlende Innovation und Neuartigkeit verwiesen wird. Forderungen nach Nutzungsdurchmischung und einer ansprechenden Gestaltung öffentlicher Räume sind in Europa nicht neu.

So bestehen beispielsweise bei der Integration von Bestandsgebäuden ehemaliger Industrieflächen Defizite. Auf der einen Seite steht die Faszination eines neuen geschlossenen Konzeptes mit eigener Formen- und Bildersprache, das darüber hinaus mit einer starken Marktunterstützung rechnen kann. Auf der anderen Seite gibt es berechtigte Bedenken, ob diese Konzeption mit den mitteleuropäischen Architektur- und Städtebautraditionen kompatibel ist. Städte wird es auch in Zukunft geben.

Laut Weber zeichnete sich die mittelalterliche europäische Stadt durch politische Selbstverwaltung durch ein selbstverwaltendes Bürgertum und die Marktwirtschaft aus. Weber nennt fünf Merkmale, die in ihrer Gesamtheit eine Stadtgemeinde ausmachen und damit auch die spezifischen Merkmale der mittelalterlichen Europäischen Stadt kennzeichnen: In Europa war diese Polarisation zwischen Stadt und Land am ausgeprägtesten.

Nur innerhalb der Mauern konnte sich jene ökonomische und politische Dynamik entwickeln, die Grundlage für die Moderne wurde. In der Stadt lebte man unbehelligt von der Leibeigenschaft, die der ländlichen Bevölkerung die Anerkennung als menschliche Subjekte verweigerte. So hat die Bedeutung von Stadtmauern gravierend abgenommen, Städte sind heute stark mit dem Umland, Regionen, anderen Nationen und der europäischen Ebene verflochten und in verschiedene wirtschaftliche, politische und soziale Gefüge eingebunden.

Wenngleich heute bestritten wird, dass Städte ihren Subjektcharakter vollumfänglich verloren hätten Gestaltungsspielraum sei innerhalb der Stadtgrenzen und innerhalb von Stadtnetzwerken sehr wohl gegeben , ist die Rolle und das Wesen der europäischen Stadt in der heutigen Zeit neu zu definieren.

Walter Siebel hat den Versuch unternommen, die europäische Stadt der Gegenwart zu charakterisieren. Die Frage nach der europäischen Stadt ist vielmehr eine sozial-gesellschaftliche Fragestellung, denn eine Frage nach der Stadtgestalt. Eine Ursache hierfür ist auch in einer zunehmenden Schieflage im Verhältnis zwischen öffentlicher und privater Hand zu finden. Für sie ist Siedeln eine Sache der Bürger und ein Geschäft wie jedes andere.

An diesen Orten hat sich eine städtische Öffentlichkeit und urbane Lebensweise entfalten und demonstrieren können. Urbanität — so eine These des Leitbildes der europäischen Stadt — entwickelte sich in dem Spannungsverhältnis zwischen privater und öffentlicher Sphäre und hatte eine Funktionsmischung sowie eine Überlagerung und Verflechtung verschiedener Lebensbereiche wie Handel, Gewerbe und Wohnen zur Voraussetzung.

Für die europäische Stadt war und ist eine hohe urbane Dichte mit historisch gewachsenen Strukturen charakteristisch. Allerdings haben sich die Rahmenbedingungen gewandelt, innerhalb derer eine solche Form der Stadtentwicklung möglich ist.

Das für die europäischen Städte typische, ausgewogene Verhältnis von staatlichem und privatem Handeln steht aus einer Vielzahl von Gründen unter Druck: Siebel selbst weist in seinem Werk auf die sich verändernden Rahmenbedingungen hin.

Viele Probleme und Herausforderungen des Jahrhunderts sind derart komplex, dass sie nicht innerhalb von Gemeindegrenzen zu lösen sind. Die Lebenswelt vieler Bewohner spielt sich vielmals nicht mehr monolokal konzentriert in einer einzelnen Stadt ab, sondern vielmehr multilokal an mehreren Standorten. Die Region und benachbarte Städte werden heutzutage ebenso selbstverständlich in die Planung mit einbezogen wie die eigene Stadt.

Nicht in allen Städten mit ihren suburbanen Vororten oder neuen peripheren Zentren lassen sich städtische oder ländliche Lebensweisen mehr gänzlich voneinander abgrenzen. Die Grenzen sind häufig bereits verwaschen.

Durch den ökonomischen Strukturwandel werden neue Anforderungen an Arbeitnehmer gestellt, Flexibilität und Mobilität werden gefordert. Dieser Wandel schlägt sich auch in sich verändernden Ansprüchen an die gebaute Umwelt nieder. Zum Teil werden private Flächen der Öffentlichkeit in geordneter Weise als eine Art verwilderter urbaner Spielplatz zugänglich gemacht, zum Teil erfolgt eine ungeordnete Raumanordnung zum Beispiel durch Kinder, zum Teil eine geordnete Umnutzung zugunsten von Wohnhäusern oder neuen Gewerbe- und Erholungsflächen.

Veränderungen im Arbeitsmarkt stellen neue Anforderungen an Arbeitskräfte, welche nicht immer vollumfänglich erfüllt werden können.

Die zunehmende Automatisierung tut ihr übriges, sodass eine höhere Sockelarbeitslosigkeit insbesondere bei geringqualifizierten Arbeitnehmern entstanden ist, welche häufig in prekäre Teilzeit- Arbeitsverhältnisse oder Leiharbeit gedrängt werden.

Das Versprechen eines besseren Lebens in der Stadt gilt ebenfalls nicht uneingeschränkt. Zwar sind Städte weiterhin Ort des Wirtschaftens, der Kreativität, der Wissenschaft und Forschung, aber gleichzeitig wächst die Kluft zwischen den einzelnen sozialen Schichten.

Soziale Ausgrenzung, zunehmende kulturelle Heterogenität, Arbeitslosigkeit und städtische Armut stellen zunehmende Herausforderungen dar.

Wer kann, zieht aus schlechten Vierteln fort. Dadurch sinkt die Kaufkraft im Gebiet. Ein sozialer Brennpunkt ist entstanden. Diese sind selten in der Lage, auf Fremde mit neugieriger Toleranz zuzugehen, im Gegenteil, sie brauchen Sündenböcke, eine Rolle, für die Fremde sich schon immer gut eigneten.

Also ist kaum zu erwarten, dass an solchen Orten Integration gelingt. Eine Folge sinkender Perspektiven und Teilhabemöglichkeiten ist Abwanderung. Wanderungen verlaufen jedoch fast nie sozial neutral. Es wandern diejenigen, welche wanderungsfähig sind, und das sind in erster Linie die Jüngeren und besser Qualifizierten. Deren Abwanderung macht die Region unattraktiv für Investoren, die Chancen auf künftige ökonomische Erholung sinken. Die Abwanderung potentieller Mütter führt zudem zu einem Ungleichgewicht in der Bevölkerungsentwicklung, langfristig sinken die Zukunftsperspektiven der Region weiter.

Die Finanzlage vieler Kommunen hat sich mittlerweile derart verschlechtert, dass teilweise grundlegende Aufgaben nicht mehr erfüllt werden können.

Der Umbau und die Modernisierung von technischen wie sozialen Infrastrukturen ist nur noch eingeschränkt leistbar und stark von Förderprogrammen und finanziellen Beihilfen abhängig.

Offen bleibt auch die Frage, wie das Steuerungsinstrument eines preiswerten Wohnungsbaus als unverzichtbares kommunales Gut, erhalten werden kann. Freiwillige kommunale Aufgaben, welche diverse Annehmlichkeiten für die Stadtgesellschaft bieten, sind oftmals schon gestrichen oder eingeschränkt worden.

Öffentliche Aufgaben werden privatisiert, die Verwaltung ökonomisiert. Auf der Tagesordnung stehen der Rückzug des Staates aus der Wohnungsversorgung, der Verkauf von öffentlichem Grundeigentum, die Privatisierung von öffentlichen Unternehmen, die Kommodifizierung von öffentlichen und sozialen Diensten — wir sind gegenwärtig unfreiwillige Zeugen der Auflösung der Stadt als einer öffentlichen Angelegenheit.

Erinnert sei hier beispielsweise an sogenannte cross-border-leasing-Geschäfte, bei welchen Kommunen Teile ihrer Infrastruktur an US-amerikanische Finanzinvestoren verkauft und zurückgeleast haben. Auch die Diskussionen um die Zukunft der öffentlichen Personennahverkehrs und neue Fahrdienste wie Uber sind ein Bestandteil dieser Diskussion.

Einkaufszentren, private Parks, Spielplätze, etc. Insbesondere die Bereiche der Innenstädte stehen unter einem wachsenden ökonomischen Zwang. Historische Rekonstruktionen und Annehmlichkeiten sollen konsumfreudige Kunden anziehen. Sie stellen gleichzeitig auch häufig Motiv für das Stadtmarketing.

Gleichzeitig verfällt die Bausubstanz in einigen peripheren Stadtteilen, welche hauptsächlich von sozial schwächeren oder migrantisch geprägten Bevölkerungsschichten bewohnt werden. Innerhalb der Stadt kommt es zu einer Polarisation zwischen Quartieren mit einer abnehmenden Wohnqualität und gehobenen Wohnlagen.

Die Kernstadtbereiche entwickeln sich uneinheitlich. Während städtebaulich ansprechende Innenstadtlagen mit einer historischen Bausubstanz und einer attraktiven Gestaltung prosperieren, haben manche Innenstädte weiterhin mit Verfall und Funktionsverlust zu kämpfen. Eine monostrukturell auf Konsum ausgerichtete Nutzung, ein primär auf Filialisten mit angeschlossenem Onlineshop ausgerichtetes Angebot, eine Innenstadtsimulation bestehend aus Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen am Stadtrand und eine aufgrund des demografischen und sozialen Wandels sinkende Kaufkraft sind Problemlagen, welche die Leerstände in der Innenstadt wachsen lassen und die Randwanderung junger und finanzstarker Familien befördern.

Unter diesen Voraussetzungen verschiebt sich die Gestaltungsmöglichkeit des Stadtbildes weiter von der öffentlichen Hand hin zu privaten Investoren. Zum einen fehlen oftmals die finanziellen Mittel, zum anderen lassen sich nur selten Vorgaben bezüglich Gestaltungsqualität und Anmutung von Gebäuden setzen, sodass bei Bauprojekten auf marktorientierte Baustile zurückgegriffen wird.

Diese besitzen jedoch oftmals keine identitätsbildenden Charakteristika, der genius loci eines Ortes wird nicht gestützt und verwischt zunehmend. Da Zeit Geld ist und Planung mit einer eingehenden Beteiligung sowohl Zeit wie auch Geld kostet, wird auf dieselbe abseits der Minimalanforderungen oftmals verzichtet.

Das Zentrum wird beliebig und somit austauschbar. In schrumpfenden Regionen kulminieren die Probleme oftmals. Wenn statt Wachstum die Schrumpfung einer Stadt im Fokus steht, spielen die Zentren eine wichtige Rolle in der Debatte, welche Form eine Stadt perspektivisch einnehmen soll und welche Qualitäten eine Siedlung nach Abschluss dieses Prozesses besitzen soll. Beide Modelle sind in einer europäischen Stadt vorstellbar, müssen aber geplant und mit entsprechenden Qualitäten ausgestattet werden.

Die Zeiten einer einheitlichen Stadtentwicklung — sollte es diese jemals gegeben haben — sind von mehreren parallel und teilweise diametral verlaufenden Entwicklungen abgelöst worden. Es stellt sich daher die Frage, ob der europäischen Stadtform eine Zukunft beschieden ist. Eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist aus heutiger Perspektive unmöglich. Die Zeit wird es weisen. Vielleicht ist es aber auch an der Zeit, die Heterogenität und Verschiedenheit der europäischen Städte zu betonen und gleichzeitig die gewachsenen Strukturen und Qualitäten als Kern eines Stadtideales zu sehen, von welchem sich Städte in Europa unter Berücksichtigung der lokalen Herausforderungen und Gegebenheiten entfernen oder nähern können.

Die hauptsächlich seit Mitte des Über die Zeit zeigt diese Raumstruktur Tendenzen zur Eigenständigkeit im Rahmen der stadtregionalen Nutzungsverteilung und zur Unabhängigkeit von der Kernstadt.

Thomas Sieverts wirbt in seinem Buch Zwischenstadt vehement für eine schrittweise Qualifizierung dieses Raums, der in der Öffentlichkeit wie auch der Planungsprofession im allgemeinen als hässlich und ökologisch schädlich gilt. Ich hänge genau so an der Form und dem Wesen der historischen europäischen Stadt und an der historischen Kulturlandschaft wie die Kollegen, die sie auch heute noch heldenhaft als Muster für die Zukunft gegen alle Teufelskräfte der Auflösung verteidigen wollen.

Wer hätte es nicht gern, wenn die Städte kompakt, die Dörfer intakt und die Landschaft heil gehalten werden könnten. Vielleicht ist es sogar gerechtfertigt, die alten Konventionen und Ziele weiter zu postulieren, in der Hoffnung, dass wenigstens einiges davon noch wirksam bleibt, obwohl die Wirklichkeit sich immer weiter von den Idealen entfernt.

Laut Sieverts führt das Zusammenwirken mehrerer grundlegender Veränderungen zu einer Transformation der Städte, welche nicht aufzuhalten ist, aber aufgrund ihrer ökologischen, sozialen und ökonomischer Mängel nach Gestaltung ruft:.

Die Städte der Neuzeit weiten sich entsprechend dieser Entwicklungen und der jeweilig existierenden Verkehrs- und Kommunikationstechnologien auf der ganzen Welt in ihr Umland aus und bilden eigene Formen einer verstädterten Landschaft oder einer verlandschafteten Stadt aus.

Auch hat sich das Verhältnis zwischen Siedlung und Landschaft in Teilen umgekehrt: Heute sind Innenstädte oftmals nur noch Ort des Konsums. Eine Förderung des Einzelhandels um fast jeden Preis und der Bau pseudo-historischer Bauten überfrachtet die Innenstädte laut Sieverts mit vermeintlich urbanen Aufgaben und zerstört diese somit.

Urbanität, Zentralität, Dichte, Mischung, Ökologie. Zudem werde die häufig mangelhafte gebaute Urbanität oft mit der gelebten Urbanität gleichgesetzt. Das Urbanitätsverständnis entspreche einem idealisierten und von negativen Elementen bereinigtem Bild einer bürgerlichen europäischen Stadt. Der beklagte Verlust an Urbanität in mitteleuropäischen Städten sei eine Folge stark verbesserter Wohnverhältnisse, aber auch von Arbeitsbedingungen.

Die historische Dichte und Nutzungsmischung der historischen Stadt seien heute nicht mehr denkbar, unter den damaligen Zuständen könne heute kein Mitteleuropäer mehr leben. Indem wir heute zahlreiche Tätigkeiten, die zu früheren Zeiten mangels privater in öffentlichen bzw. Büros und Werkstätten verlagern konnten, sei gefühlte Urbanität zugunsten besserer Lebensverhältnisse und Privatheit ersetzt worden.

Der öffentliche Raum verliert an Bedeutung. Gleichwohl ist der öffentliche Raum für die europäische Stadt jedoch unersetzlich, dient er doch als identitätsstiftendes Symbol.

Nach Sieverts muss scharf zwischen gelebter und gebauter Urbanität unterschieden werden. Hierbei sei die gelebte Urbanität die Entscheidendere und müsse daher, ohne künstlich zu wirken, inszeniert werden. Laut Sieverts besitzt das Zentrum einer Stadt neben einer geometrischen Dimension auch die Eigenschaft eines bedeutenden und wichtigen Ortes. Jede Stadt brauche eine Mitte, die für das Wesen der Stadt stehe. Vielmehr kann jeder Teil einer Stadt bestimmte zentrale, d.

Die einzelnen Zentren sollten aber keine monofunktional spezialisierten Zentren für Einkauf und Freizeit sein, welche nur mit dem Pkw erreichbar sind und den Rest der Stadt funktional ausbluten lassen. Vielmehr sollten sie in kooperativen Weise miteinander wirken und die Stadtmitte, die für das Wesen der Stadt steht, unterstützen. Dichte ist neben Zentralität und Urbanität ein weiterer wichtiger stadtbeschreibender Begriff. Gleichwohl steht Sieverts der Forderung nach einer Erhöhung der Dichte einer Stadt nicht unkritisch gegenüber.

Zum einen weist er darauf hin, dass Dichte mehrere Dimensionen besitze, zwischen denen unterschieden werden müsse: Masse des umbauten Raums pro Flächeneinheit , die räumlich-visuelle Dichte Grad der erlebbaren baulich-räumlichen Geschlossenheit und die soziale Dichte Menge und Qualität der möglichen Sozialkontakte pro Siedlungseinheit.

Diese drei Dimensionen korrelieren jedoch nur bedingt miteinander: Bestimmte Formen hoher baulicher Verdichtung wirken der Häufigkeit und Qualität von Sozialkontakten eher entgegen.

Niedrigere Bauten erlauben geringere Abstände und damit intimere Raumbildungen. Für eine soziale Dichte komme es nicht auf die absolute Dichte, sondern auf die räumliche Anordnung an. Der Mangel an Freiflächen wiederum verstärkt den Freizeitverkehr und belastet damit weitere Wohngebiete. Sieverts stellt daher als These auf: Es geht um eine Entkoppelung von Wohlstandsentwicklung und Flächenverbrauch, wie sie analog zwischen Produktivität und Energieverbrauch erreicht worden ist.

Auch der Hinweis auf die Dichte der Stadt des Jahrhunderts, die ja doch angeblich so gut funktioniert hat, führe in die Irre. Sie konnte nur deswegen so dicht bebaut werden, weil die Versorgung mit Gemeinbedarfseinrichtungen, insbesondere mit Freiflächen, unverantwortlich schlecht war, vor allem aber, weil es noch keine Autos gab.

Vielmehr sollte die Frage gestellt werden, ob die spezifischen Wohn- und Arbeitsplatzflächen pro Einwohner bzw. Sie optimiert die Nutzung der Siedlungsfläche insbesondere dann, wenn Nutzungen unterschiedlichen Tageslichtbedarfs und unterschiedlicher Empfindlichkeit vertikal auf einer Parzelle gemischt werden. Dichte und Mischung ermöglichen kurze Wege. Diese Mischung wiederum führt in Verbindung mit Dichte zu einer Belegung des öffentlichen Raums und zu einem reichhaltigen Erfahrungsfeld, insbesondere für Kinder.

Nicht zuletzt führt dieser Stadttypus zu eindeutigen, kontrastreichen Abgrenzungen zwischen Stadt und Land. Der Begriff der Nutzungsdurchmischung wird als notwendiger Bestandteil von Urbanität und als ein wirksames Mittel zur Vermeidung motorisierten Verkehrs angesehen. Insbesondere in einer stärker auf Dienstleistung orientierten Wirtschaft und Gesellschaft ist eine Nutzungsmischung tragfähig.

Sieverts weist jedoch darauf hin, dass es unterschiedliche Arten der Mischung — mit jeweils unterschiedlichen Anwendungsgraden — gibt: Eine vertikale Mischung innerhalb eines Gebäudes ist heute schwieriger zu realisieren, da die Empfindlichkeiten und Anforderungen der unterschiedlichen Nutzungen spezifischer geworden sind.

Diese seien mittlerweile auch auf hohem Niveau gesetzlich normiert. So erfordere beispielsweise eine Nutzungsänderung über die Zeit, bspw. Diese lassen sich nur schwer in eine kleinteilige Struktur integrieren. Ein weiteres wichtiges Ziel, das mit der möglichst dicht gepackten Nutzungsmischung angestrebt wird, ist eine Minderung des motorisierten Verkehrs: Die meisten Menschen können Wohnen und Arbeiten aufgrund der Raumstrukturen nicht mehr in räumlicher Nähe zueinander wählen oder gar Freizeitgestaltung, Bildung und Einkaufen mit integrieren.

Gleichwohl lassen sich weitergehende Dienstleistungsnutzungen gut mit Wohnen mischen. Fortschritte in der Produktionstechnologie 3D-Druck und das Entstehen kleinerer Manufakturen könnten auch die Produktion wieder stärker in die Stadt integrieren. Dies hätte auch Vorteile für den sozialen Zusammenhalt, das Entstehen nachbarschaftlicher Netzwerke zur gegenseitigen Hilfe und der Schaffung lokaler geschlossener Energie- und Stoffverbünde zur Senkung der Energiebedarfe.

Dem Wunsch nach einer stärkeren Nutzungsdurchmischung steht jedoch ein starker Gegner gegenüber: Je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit kommt es zu Bodenwertdifferenzierungen, welche bestimmte, ökonomisch schwächere Nutzungen an einem Ort ausschlössen. Aus diesem Grund sei z. Die Durchsetzung von Funktionsmischung setzt laut Sieverts demnach mindestens folgendes voraus: So sei im Umfeld der Städte sowohl die Stadt wie auch die Landschaft gebaut und wird durch technische Infrastruktur, die landwirtschaftliche Nutzung oder weitere menschengemachte Objekte ausgestaltet.

Der deutsche Wald ist zum Beispiel keine Naturlandschaft, sondern vielmehr eine Kulturlandschaft. Bis auf wenige Bereiche ist der Wald durch Jahrhunderte lange Nutzung vom Menschen geprägt und wird wirtschaftlich intensiv genutzt. Sieverts weist folglich darauf hin, dass die Kulturlandschaft eine verstädterte Landschaft sein wird mit einer Konzentration von kompakten Siedlungskörpern und ein- und ausgelagerten Landschaftsräumen, die spezifisch städtische Funktionen erfüllen z.

Die Identität einer Stadt leite sich künftig nicht nur aus der Gestalt und Funktion des Gebauten, sondern auch aus der unbebauten, vegetativen Fläche ab. Diese gilt es daher in diesem Sinne zu gestalten. Diese stellt an die Planung ganz neue Anforderungen. Vor allem, wenn nicht mehr die räumlichen Entfernungen, sondern der Zeitaufwand der Verknüpfungen bzw.

Eine Rückkehr zu kompakten Strukturen ist somit nur schwer vorstellbar, insbesondere da örtliche und regionale Wirtschaftsverflechtungen dem entgegenstehen. Nur undemokratische Gesellschaften können gegenwärtig noch eine kompakte Stadt erzwingen! Jede Generation stand und steht vor ihren eigenen Herausforderungen.

Dies ist heute nicht anders als zu Ende des Jahrhunderts, der Nachkriegszeit oder nach dem Fall der Mauer. Umbrüche und Veränderungen entfalten ihre Wirkung auch auf das Städtische, das Gebaute und wirken dort lange nach. Insbesondere die Langlebigkeit und die Starrheit der gebauten Umwelt sind hierbei besonders herausfordernd: Bis diese jedoch voll zum Tragen kommt, können sich die Rahmenbedingungen jedoch bereits erneut gewandelt haben.

Jede Zeit hat ihre jeweiligen Probleme, Herausforderungen und Lösungsansätze. Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den östlichen Gebieten verschärften die Situation weiter. Auch für die technischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Herausforderungen dieser Zeit werden zurzeit Lösungen im Städtischen gesucht. Getroffene Entscheidungen wirken jahrzehntelang nach und können — dies liegt in der Natur der Sache — jedoch nur in Unkenntnis getroffen werden. Mit dem Ende der letzten Eiszeit etwa v.

Dies ist neben den ohnehin rauen Wachstumsbedingungen der wesentliche Grund für die Artenarmut der dortigen Flora. Infolge des wechselnden Auftauens und Gefrierens der Bodenoberfläche entstehen durch lockeres Steinmaterial besondere Frostmuster unterschiedlichster Ausformung, zum Beispiel die sog.

Andere Formen bilden sich durch das Hochpressen von Wasser, vor allem Erdhügel mit Eiskernen; zu den merkwürdigsten Formen dieser Art zählen die auf vielen hocharktischen Inseln vorkommenden Pingos , deren kegelförmige Hügel auf über 50 Meter Höhe und Meter Durchmesser anwachsen können. Erst nach der Schneeschmelze oder der Kälteverdunstung des Schnees erhöht sich die Wärmeaufnahmefähigkeit des Bodens; in der kurzen Sommerperiode von Mitte Juni bis August erreichen so die Bodentemperaturen den positiven Bereich.

Zu den tiefen Temperaturen kommen häufig starke Winde hinzu. Dadurch wird die Körperwärme bei Mensch und Tier viel rascher abgeleitet. Man bezeichnet diese durch Wind verursachte, einer viel tieferen als der gemessenen Temperatur entsprechende Kältewirkung als Windchill: Allgemein wird der Windchillfaktor mit Hilfe von Erfahrungswert-Tabellen ermittelt.

Während acht Monaten im Jahr herrscht in der Arktis Kaltluft aus dem Nordmeer vor, doch ist auch in den übrigen Monaten überall mit plötzlichem Temperatursturz und zusätzlich auftretenden auskühlenden Winden zu rechnen. Ein Faktor, der Einfluss auf die gesamte Infrastruktur der Arktisregion ausübt, ist der Permafrost , eine der bemerkenswertesten Folgen des arktischen Klimas.

Kontinuierlicher Permafrost ist in Kanada auf etwa drei Millionen Quadratkilometern, diskontinuierlicher Permafrost auf etwas über einer Million Quadratkilometern ausgebreitet. Seinen Ursprung hat der Permafrost noch in der letzten Eiszeit; er besteht also seit mehr als Permafrost wirkt sich infolgedessen sowohl auf die Struktur von Wohnsiedlungen und deren Ver- und Entsorgung als auch auf den wirtschaftlich wichtigen Bergbau und nicht zuletzt auf die Verkehrsmöglichkeiten aus.

Die südlichen Grenzen des zusammenhängenden Permafrosts und des als arktische Klimazone bezeichneten Bereichs, also des Gebiets baumloser Tundra, sind weitgehend deckungsgleich. Für die in den Tundragebieten beheimateten Menschen spielte die Tierwelt eine entscheidende Rolle für das Überleben. Land- und Meerestiere lieferten Nahrung, Kleidung und Ausrüstungsmaterialien. Von besonderer Bedeutung waren für die Inuit von jeher Karibus und auch Moschusochsen ; teilweise gilt das noch heute.

Die Gesamtzahl der Karibus ist im Laufe des Jahrhunderts infolge starken Bejagens, vermehrten Auftretens von Wölfen und zunehmender Waldbrände, nicht zuletzt aber auch infolge vermehrter wirtschaftlicher und technischer Aktivitäten enorm zurückgegangen.

Schätzte man die Zahl in den er Jahren noch auf über zwei Millionen, so lag sie 40 Jahre später nur noch wenig über einer halben Million. Ähnliches gilt für die Moschusochsen: Wegen übertriebenen Bejagens — auch durch Inuit — waren die Tiere fast ausgestorben, weshalb ein Jagdverbot unumgänglich wurde, das erst wieder vorsichtig gelockert werden konnte; man schätzt den heutigen Bestand auf etwa Hinzu kommen riesige Vogelscharen, darunter die selteneren Gerfalken und Wanderfalken ; in den Sommermonaten dürften etwa 80 Vogelarten in der Arktis nisten, vor allem auf Bylot Island Sirmilik-Nationalpark.

Fische treten in nur wenigen Arten auf — vor allem Seesaiblinge und Seeforellen. Mineralböden entstanden fast nur an wasserdurchlässigen Abhängen — sog. Auf den Ebenen hat sich dagegen vorwiegend flachgründiger Tundraboden über gefrorenem Untergrund gebildet, auf dem sich im Sommer die Nässe staut und zur Ausbildung von Morast beiträgt.

Auch tritt auf weiten Flächen felsiger Untergrund hervor oder bleibt ewiges Eis bestehen. Die Vegetationsdichte und -vielfalt nimmt von Süden nach Norden ab. Sind auf dem südlichen Festland noch bunt blühende Pflanzengesellschaften, vor allem aus Gräsern , Schmetterlingsblütlern , Steinbrechgewächsen , zwergwüchsigen Weidengewächsen und Heidekrautgewächsen , zu finden, so gibt es auf der Baffin-Insel und den übrigen nördlichen Inseln nur wenige für höheren Pflanzenwuchs günstige Standorte; Flechten und Moose überwiegen.

An südwärts ausgerichteten Hanglagen mit Mineralböden und zeitiger Schneeschmelze wachsen u. Die Zahl der Einwohner von Nunavut betrug im Jahr genau Nunavut hat eine Landfläche von 1. Mit einer Bevölkerungsdichte von 0,02 Menschen pro Quadratkilometer ist Nunavut somit eine der am geringsten bevölkerten Regionen der Erde.

Die Bewohner wohnen in 28 Gemeinden. Neun weitere Gemeinden haben über 1. Der Anteil an Lungenkrebserkrankungen ist vor allem bei Frauen deutlich höher als im übrigen Kanada etwa fünfmal , an Atemwegserkrankungen sogar etwa siebenmal.

Tuberkulose-Erkrankungen kommen nahezu achtmal häufiger vor als im nationalen Durchschnitt, Geschlechtskrankheiten sogar bis zwanzigmal häufiger.

Auffällig hoch ist die Suizidrate ; seit Jahren ist sie mindestens viermal höher als im übrigen Kanada: Von bis lag die Rate durchschnittlich bei 77,9 von Einwohnern Kanada 13,2 von Vor allem bei männlichen Personen im Alter von 15 bis 29 Jahren ist die Rate sehr hoch.

In den ersten 16 Monaten nach Gründung von Nunavut nahmen sich 34 Bewohner das Leben, 32 waren männlich; im Jahr betrug die Suizidrate sogar 85,7 pro Die Gründe für solch hohe Raten sind noch wenig geklärt; genannt werden u. Flucht vor Frustration oder körperlichem Schmerz, doch tritt häufig auch das Gefühl persönlichen Versagens hinzu.

Allerdings liegen keinerlei statistische Angaben, sondern nur allgemeine Berichte von Forschungsreisenden vgl. Statistics Canada hat für in Nunavut folgende Prozentsätze bei den Todesursachen ermittelt: Damit ist die Selbstmordrate ca. Nunavut wurde am 1. April von den Nordwest-Territorien abgetrennt und bildet seither ein eigenständiges Territorium. Obwohl es ein Teil des kanadischen Staates und als Territorium unmittelbar der kanadischen Bundesregierung zugeordnet ist, beruht die Gründung von Nunavut auf der Idee, den Inuit die Möglichkeit zu geben, dieses Gebiet relativ autonom zu verwalten.

Ursprünglich hatten die kanadischen Behörden den Norden des Landes mit überheblichen und nicht selten rüden, allerdings dem damaligen Zeitgeist entsprechenden Methoden wie ein Kolonialgebiet verwaltet und beim Bestreben, die Inuit in ein modernes Kanada einzugliedern, wenig oder nichts von dem berücksichtigt, was den Inuit essentielles Kulturanliegen war. In den er bis er Jahren wurden zahlreiche Kinder — ohne dass die Eltern um Erlaubnis gefragt wurden — in Internate gebracht und kamen nur in den Sommerferien heim.

Sie wurden der Inuit-Kultur entfremdet, manche misshandelt oder sexuell missbraucht, viele litten unter schlechter Ernährung, Unterbringung und mangelnder Gesundheitsfürsorge.

April die Teilung der Nordwest-Territorien herbeiführten. Die bis Mitte des Jahrhunderts geborenen kanadischen Inuit kamen fast alle noch in Camps zur Welt — während des Winters in Geburts-Iglus , zur Sommerzeit in speziell dafür errichteten Zelten.

Der von den Jagdverhältnissen Vorkommen von Fischen und jagdbaren Tieren bestimmte Alltag hatte teils nomadischen, teils campgebundenen Charakter. Die heutige, von westlichen Einflüssen bestimmte Lebensweise mit Supermärkten und Fernsehen rund um die Uhr war noch unbekannt.

Eine Änderung trat ein, als Schulpflicht und nicht zuletzt auch der Mangel an Jagdwild , verbunden mit vielen Vorzügen modernen Lebens in geschlossenen Ortschaften Heizung, Strom, Wasser etc. So kam es zum Beispiel zu einer breiten Förderung auf dem Inuit-Kunst -Sektor, nachdem die ungewöhnliche künstlerische Begabung vieler ehemals als Jäger tätiger Menschen erkannt wurde.

Inzwischen, vor allem seit der Etablierung des Territoriums Nunavut, hat sich hier Wesentliches geändert, und die Territorialregierung wird nicht zuletzt an den Erfolgen gemessen, die sie bei der Errichtung und Besetzung von Inuit-Arbeitsplätzen erzielt, denn nach wie vor leben über ein Viertel der Inuit in Nunavut von Sozialhilfe. Die Wirtschaft in einem hochentwickelten Sozialstaat Kanada und der Einzug moderner Technik veränderten das Leben der Inuit in extremer Weise, und viele haben auch den rasanten Übergang von traditionellem Leben auf dem Land zur Existenz in einem modernen Staatswesen noch nicht ganz nachvollziehen können.

Während vor dem Übergang zum Siedlungsleben die Geburten- und Sterbeziffern , vor allem die Rate der Säuglingssterblichkeit , sehr hoch war, hat sich dies aufgrund stark verbesserter medizinischer Versorgung grundlegend verändert.

Nunavut besitzt eine vollkommen andere Altersstruktur als der Rest des Landes. Mit der Schaffung von Nunavut sah sich so die Wirtschaft des Landes vor die Herausforderung gestellt, mit wenigen bezahlten Arbeitsplätzen, einem niedrigen Bildungsstand und einem hohen Anteil junger Menschen Die Erhebung von besagt: Statistisch nicht erfasst ist bei letzteren Zahlen die relativ sehr hohe Adoptionsrate bei den Inuit.